Düsseldorf (dpa) - Bayer Leverkusen hat einen starken Start nach der Winterpause erwischt und bleibt nach dem 3:1 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt erster Verfolger von Spitzenreiter Bayern München.

Im Bundesliga-Topspiel zwischen dem Tabellenzweiten und -vierten fielen zunächst die Frankfurter Fans unangenehm auf: Sie schossen Feuerwerkskörper auf den Rasen und sorgten für eine siebenminütige Spielunterbrechung. Erst danach fielen vor 28 762 Zuschauern die Tore: Sebastian Boenisch (31. Minute) und Stefan Kießling (32.) sorgten mit einem Doppelschlag für die 2:0-Führung, André Schürrle (58.) erzielte das 3:0, Alexander Meier (78.) für den Gästetreffer.

Mit dem elften Saisonsieg bauten die Leverkusener im Kampf um einen Champions-League-Platz den Abstand zu den Frankfurtern auf sechs Zähler aus und nahmen zugleich Revanche für die 1:2-Niederlage zum Saisonauftakt bei der Eintracht. Allerdings mussten sie in der 15. Minute bangen, dass die Partie überhaupt bis zum Ende über die Bühne gehen würde.

Eintracht-Anhänger feuerten Leuchtraketen auf das Spielfeld, woraufhin Schiedsrichter Wolfgang Stark beide Mannschaften zur Sicherheit in die Kabine schickte und erst nach acht Minuten wieder anpfiff. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der mit Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne saß, sah konsterniert zu. Die Sicherheitsdiskussion im Fußball wird weitergehen.

Die 22 Profis taten sich nach der Unterbrechung schwer, wieder in Gang zu kommen. Die erste und einzige Chance vor der Pause hatten die in Bestbesetzung angetretenen Gäste durch einen Kopfball von Takashi Inui (18.). Allmählich fing sich der fünfmalige deutsche Vizemeister vom Rhein und setzte durch einen fulminanten 18-Meter-Schuss von Gonzalo Castro (30.) das Startsignal zur Offensive, die in den folgenden drei Minuten durch einen Doppelschlag gekrönt wurde.

Bayer-Neuzugang Boenisch schoss aus Nahdistanz das Führungstor, nachdem ihm der vom VfL Wolfsburg zurückgekehrte Marco Russ den Ball vor die Füße geköpft hatte. Wenige Sekunden später erzielte Kießling nach Querpass von Castro das 2:0. Es war der 13. Saisontreffer für den derzeit erfolgreichsten Liga-Stürmer und eine weitere Empfehlung für Löw, der ihn lange nicht für das Nationalteam berücksichtigt hat.

Zumal Kießling nach der Halbzeit auch noch als Vorbereiter zum 3:0 glänzte: Seinen Querpass schoss Schürrle aus zwölf Metern ein. Die Frankfurter hatten den spielfreudigen Gastgebern nicht mehr allzu viel entgegenzusetzen. Ein Kopfball von Olivier Occéan (69.), der für den enttäuschenden Karim Matmour eingewechselt wurde, gegen den Pfosten sorgte für erste Gefahr im zweiten Durchgang. Das 3:1 durch Alexander Meiers zwölftes Saisontor (78.) kam zu spät. Am Ende waren die Hessen mit dem Resultat gut bedient, da Eintracht-Torwart Kevin Trapp mehrere Großchancen von Bayer mit starken Paraden vereitelte.