Berlin (dpa) - Internationale Öl- und Gasfirmen in Algerien haben nach Darstellung der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer besonnen auf die Geiselnahme in der Gasanlage In Amenas reagiert.

Außer bei BP habe er nirgendwo davon gehört, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter abzögen, sagte der Geschäftsführer der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer in Algier, Christoph Partsch, am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Die Öl- und Gasfirmen überprüften lediglich ihre Sicherheitsvorkehrungen. «Zu mehr besteht meiner Meinung nach auch kein Anlass.»

Die von der Geiselnahme betroffene Gasanlage wird gemeinsam von den westlichen Konzernen BP und Statoil sowie dem algerischen Staatskonzern Sonatrach betrieben. Partsch sagte dem Sender, die Nachrichtenlage sei sehr intransparent, es werde aber ein «erheblich krimineller Hintergrund» bei der Geiselnahme vermutet, weil der Bandenchef in den letzten Jahren mehr durch Zigarettenschmuggel als durch politische Taten aufgefallen sei. «Man hält das Ganze für eine sehr isolierte Aktion, die also keinerlei Anfangscharakter oder keinen Vorbildcharakter für andere haben kann.»

Neben der staatlichen algerischen Ölgesellschaft Sonatrach, die zu 51 Prozent an jedem Geschäft beteiligt sein müsse, seien fast alle internationalen Öl- und Gasfirmen sowie wie Zulieferer in Algerien vertreten. Algerien sei völlig abhängig von den Rohstoffexporten.