Adelaide (SID) - Der ehemalige Tour-de-France-Sieger Andy Schleck geht davon aus, dass Lance Armstrong bei seiner Doping-Beichte die Wahrheit gesagt und bei seinem Comeback 2009 nicht zu unerlaubten Mitteln gegriffen hat. "Ich bin zuversichtlich, dass er sauber war, weil ich ihn da (bei der Tour 2009, d. Red.) geschlagen habe", sagte Schleck im australischen Adelaide, wo die Radsport-Saison mit der Tour Down Under (20. bis 27. Januar) startet: "Ich war sauber, ich weiß, dass ich immer sauber gefahren bin und mache das auch weiterhin. Warum also sollte er damals gedopt gewesen und hinter mir geblieben sein?"

Armstrong, der 2009 nach vierjähriger Pause zurückgekehrt war und die Tour hinter dem Spanier Alberto Contador und Andy Schleck als Dritter beendet hatte, hatte am Donnerstag im ersten Teil seiner Doping-Beichte bei US-Startalkerin Oprah Winfrey eingeräumt, bei seinen inzwischen aberkannten sieben Tour-Siegen (1999-2005) gedopt gewesen zu sein. Gleichzeitig aber hatte der 41-Jährige erklärt, bei seinem Comeback und auch bei seiner letzten Tour-Teilnahme 2010 sauber gefahren zu sein.

Der 27 Jahre alte Andy Schleck nannte Armstrongs Doping-Beichte "gut" für den Texaner. Allerdings sei es "traurig", dass der Radsport jetzt den Preis für das zahle, was vor 15 Jahren passiert sei: "Und es ist traurig, dass wir (die heutigen Fahrer, d. Red.) jetzt den Preis zahlen, obwohl wir vor 15 Jahren noch gar keine Profis waren." Im heutigen Radsport, so der zweimalige Tour-Zweite weiter, sei Doping kein Thema.

"Ich habe volles Vertrauen darin und glaube, dass wir es heute mit einem sauberen, sauberen Sport zu tun haben", sagte Andy Schleck, dem nach der Doping-Sperre für Contador der Tour-Titel 2010 zugesprochen worden war. Andy Schlecks älterer Bruder Fränk war zudem im vergangenen Jahr bei der Tour positiv auf das Diuretikum Xipamid getestet worden.

Widerspruch erntete Andy Schleck derweil von Simon Gerrans. "Ich glaube nicht, dass irgendein Profi-Sport zu 100 Prozent sauber sein wird", sagte der australische Vorjahressieger der Tour Down Under: "Menschen betrügen. Das ist die menschliche Natur."