Nürnberg (dpa) - Beim Debüt des neuen Trainerduos Michael Wiesinger/Armin Reutershahn ist der 1. FC Nürnberg nicht über ein 1:1 (0:0) gegen den Hamburger SV hinausgekommen. Tomas Pekhart erzielte in der 75. Minute den Ausgleich zum 1:1.

Damit hält der Club den komfortablen Acht-Punkte-Vorsprung zu den Abstiegsplätzen der Fußball-Bundesliga aufrecht. Der HSV, der sich eigentlich Richtung Europacup-Plätze orientieren wollte, bleibt mit 25 Punkten im Mittelfeld der Tabelle. «Wir haben zwar unser Minimalziel mit dem Punktgewinn hier erreicht, aber zufrieden bin ich trotzdem nicht», bekannte HSV-Trainer Thorsten Fink zwiegespalten.

Vor 42 601 Zuschauern im Nürnberger WM-Stadion war Finks Team durch Artjoms Rudnevs (70.) erst spät in Führung gegangen. Der Lette hatte damit die starke Phase der Hanseaten nach Wiederanpfiff belohnt, in der die Gäste Nürnberg klar beherrscht hatten. «In der zweiten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, nachdem in der ersten wenig geklappt hat», resümierte Fink. Der wiedergenesene Rafael van der Vaart fand für den spielerisch kläglichen Hamburger Start noch deutlichere Worte: «Die erste Halbzeit war ganz schlecht. So gewinnt man kein Bundesliga-Spiel», grantelte der Niederländer.

Schon mit ihrer Aufstellung hatten Wiesinger und Reutershahn bei ihrem FCN-Debüt erstmals aufhorchen lassen. Neben dem angeschlagenen Markus Feulner verzichteten sie bis kurz vor Schluss auch auf Filigrantechniker Hiroshi Kiyotake, der den Club in der Hinrunde teils im Alleingang zu Erfolgen geführt hatte. Vielleicht auch deshalb wollte zunächst abgesehen von einer Chance durch Robert Mak (2.) nicht all zu viel gelingen - und zwar auf beiden Seiten.

Durchdachte Aktionen waren kaum mehr zu sehen, die Hamburger Offensive fand in der ersten Halbzeit kaum statt. Die Stars Rafael van der Vaart, der in den letzten vier Hinrunden-Spielen gefehlt hatte, und Heung-Min Son wussten sich kaum in Szene zu setzen. Stattdessen kam der Club kurz vor der Pause noch zu zwei Gelegenheiten. Nach einem Freistoß köpfte Hanno Balitsch den Ball über das Tor (37.), kurz darauf setzte Mak freistehend vor HSV-Keeper René Adler den Ball neben das Tor (43.). Nicht viel, aber immer noch mehr als der HSV zu bieten hatte: Erst vier Minuten vor der Pause hatte Finks bis dato enttäuschende Mannschaft in Person von Dennis Diekmeier überhaupt das erste Mal aufs Tor geschossen.

Nach der Pause wurde der HSV aktiver und kam auch zu ersten guten Torchancen. Nach Flanke von Per Ciljan Skjelbred köpfte Artjoms Rudnevs den Ball drüber (57.). Sieben Minuten später war es Marcell Jansen, der mit einem 18-Meter-Schuss das Ziel knapp verfehlte (64.); kurz darauf wäre FCN-Verteidiger Javier Pinola bei einer missglückten Rettungsaktion fast ein Eigentor unterlaufen. Sein Kopfball ins Toraus streifte noch den Außenpfosten. So war das Führungstor durch Rudnevs fast folgerichtig - doch der Club hatte eine schnelle Antwort parat, als Pekhart aus fünf Metern zum letztlich verdienten 1:1 traf.