Barcelona (SID) - Der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand hält den Olympiasieg der deutschen Handballer im Jahr 2020 für möglich. "Das kann immer realistisch sein. Vielleicht ist das sogar 2016 möglich", sagte Brand der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Man müsse sich hohe, erreichbare Ziele setzen. Genaue Platzierungen seien angesichts der hohen Leistungsdichte im Welthandball aber nicht prognostizierbar.

Außerdem hat Brand seinem Nachfolger Martin Heuberger den Rücken gestärkt. "Diese Kritik habe ich als total unpassend angesehen. Ich habe nicht wahrgenommen, dass er hektisch gewesen wäre. Zweifel an ihm und seiner Arbeit sind unberechtigt. Das hat sich zuletzt ja auch deutlich gezeigt", sagte der Weltmeister-Trainer von 2007. Heuberger war zu Beginn der WM in Spanien für sein Coaching kritisiert worden. Zudem war bereits offen über einen möglichen Nachfolger spekuliert worden. "Ich fand das fast charakterlos", sagte Brand.

Seine eigene Zukunft im Deutschen Handballbund (DHB) ließ Brand in dem Gespräch offen. Man müsse "erstmal sehen, wie die Ämter und Kompetenzen nach dem DHB-Bundestag im September verteilt sind. Mein Herz hängt am Handball. Ich möchte im Handball weiterhin etwas bewegen. Aber Personen müssen auch zu den Positionen passen", sagte der 60-Jährige. Seinen Vertrag als Sportmanager werde er "sicherlich nicht unter allen Umständen" erfüllen: "Es muss schon alles passen."

Die Nachfolge von DHB-Präsident Ulrich Strombach anzutreten, kann sich Brand nach eigener Aussage nicht vorstellen, "weil man dabei Rechenschaft über Dinge ablegen muss, die nur wenige der Beteiligten verstehen". Es müsse zwar Kontrollorgane geben, aber "die fachliche Entscheidungsgewalt möchte ich mir schon bewahren".

Er sei durchaus so selbstbewusst, zu sagen, dass er mit seinem Bekanntheitsgrad eine Repräsentantenrolle einnehmen könne. "Es würde für den Handball vielleicht auch nicht schlecht sein, wenn ich an der Spitze stehen würde. Ich möchte aber gestalten - und nicht nur der Grüßonkel sein", sagte Brand.