Stuttgart/Frankfurt/Main (dpa) - Gesperrte Autobahnen, Hunderte Unfälle, Knochenbrüche bei Fußgängern: Eis und Schnee haben in vielen Teilen Europas zu gefährlicher Glätte geführt.

Flughäfen in Deutschland, Großbritannien und Frankreich strichen am Wochenende insgesamt Hunderte Flüge. Auf den Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen, die jedoch meist glimpflich verliefen. Im Südwesten Deutschlands wurden Autobahnabschnitte nach Blitzeis für Räumfahrzeuge gesperrt.

Viele Menschen blieben dort zu Hause, da auch die Gehwege nach gefrierendem Regen dick mit einer Eisschicht überzogen waren. Wer trotzdem unterwegs war, kämpfte mit Glatteis. Fußgänger rutschen aus und landeten in den langen Schlangen von Verletzten, die sich in Kliniken bildeten. Spaß hatten dagegen die Jüngsten. In Karlsruhe liefen Kinder auf vereisten Straßen Schlittschuh.

In Baden-Württemberg wurden am Sonntag unter anderem Autobahnabschnitte zwischen den Anschlussstellen Baden-Baden und Rastatt-Nord sowie zwischen dem Dreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Karlsbad gesperrt, damit die Streufahrzeuge durchkamen. Allein in Stuttgart wurden bis zum Mittag mehr als 100 Unfälle gezählt.

Wegen Eis und Schnee fielen am Frankfurter Flughafen am Sonntag bis zum Vormittag 130 Flüge aus. Die Abfertigung der Flieger verzögerte sich zudem, weil die Maschinen zunächst enteist werden mussten. Auch am Flughafen Stuttgart wurden Flüge annulliert.

Die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly strichen am Sonntag 40 Prozent ihrer Flüge. Auf Europas größtem Flughafen London Heathrow brachten Schneefälle über das Wochenende den Flugplan ebenfalls durcheinander.

Sonnenhungrige müssen sich weiter gedulden. In der kommenden Woche gibt es zwar weniger Schnee, der Frost aber bleibt. Nur entlang des Rheins und in einigen Flusstälern gebe es keinen Dauerfrost, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag mit. Wo der Himmel klar bleibe, könnten die Temperaturen nachts unter minus 15 Grad fallen. Es werde trüb - sonnige Winterspaziergänge seien eher selten möglich. Die Meteorologen warnten weiter vor glatten Straßen.

Bei einer Eisrettungsübung im Freibad von Geraberg (Thüringen) starb am Wochenende ein 24-jähriger Rettungsschwimmer. Obwohl er am Samstag nur wenige Minuten unter der Eisdecke im Wasser war, bevor er geborgen wurde, kam für ihn jede Hilfe zu spät. Acht Mitglieder des DRK-Kreisverbandes Arnstadt wollten trainieren, ins Eis eingebrochene Menschen aus dem Wasser zu holen. Dafür hatten sie Löcher in die Eisdecke des Schwimmbades gesägt.

In Bayerns Skigebieten herrschten nach dem Neuschnee der vergangenen Tage hervorragende Bedingungen auf Skipisten und Loipen. Am Wochenende tummelten sich deshalb Tausende auf den präparierten Hängen im Alpenraum. Abseits davon mussten Freerider und Tourengeher jedoch wegen des Föns auf Lawinen aufpassen. Auch der Harz war bei klirrender Kälte beliebtes Ziel für Wintersportler. Einige Pisten mussten dort aber mit Kunstschnee beschneit werden.

Das Winterwetter heizte in den Niederlanden, wo Schlittschuhlaufen Volkssport ist, das Eislauffieber an. Trotz Warnungen der Polizei brachen viele Menschen auf noch nicht tragfähigem Eis ein. In der Provinz Friesland musste eine Frau mit einem Rettungshubschrauber aus dem eiskalten Wasser eines Sees geborgen werden.

In Russland sprangen am Samstag mehrere Hunderttausend russisch-orthodoxe Gläubige bei klirrender Kälte ins Wasser, um sich mit Eisbädern symbolisch von ihren Sünden reinzuwaschen. Bei Temperaturen um minus 23 Grad Celsius beteiligten sich am Samstag allein in Moskau dem Innenministerium zufolge mehr als 165 000 Menschen an der Zeremonie.

In Nordirland waren einige Haushalte vorübergehend ohne Strom. Neuschnee und Frost führten auch in Polen, Tschechien und der Slowakei zu glatten Fahrbahnen.

Im schottischen Hochland wurden am Sonntag vier Bergsteiger von einer Lawine getötet. Eine Frau wurde bei dem Unglück schwer am Kopf verletzt, ein Mann erlitt leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.

Bei heftigen Stürmen kamen in Spanien und Portugal vier Menschen ums Leben. Allein zwei von ihnen wurden im Südosten Spaniens bei Cartagena von einer Gartenmauer erschlagen, die eine Sturmböe umgestürzt hatte. Die Stürme mit Böen von bis zu 100 Stundenkilometern richteten auf der Iberischen Halbinsel beträchtliche Schäden an. In der Gegend von Ourense im Nordwesten Spaniens entgleiste in der Nacht zum Sonntag ein Fernzug aus Madrid. Die 57 Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon.

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