Calgary (SID) - Eisschnellläuferin Jenny Wolf hat einen durchwachsenen Start ins neue Jahr erwischt. Beim Sprint-Weltcup auf der schnellen Bahn im kanadischen Calgary lief die 33 Jahre alte Berlinerin über 500 m am Wochenende ihren Ansprüchen hinterher, verpasste an beiden Tagen das Podium und stand ganz im Schatten der neuen Weltrekordlerin: Lee Sang-Hwa aus Südkorea schraubte die Bestmarke auf 36,80 Sekunden.

Am Sonntag lief Wolf, die weiter auf ihren ersten Weltcupsieg der Saison wartet, nach einem ungewohnt schwachen Start in 37,72 Sekunden auf den sechsten Platz. Am Samstag war sie nach einem Fehler in der zweiten Kurve in 37,69 Sekunden nur auf Rang acht gelandet.

"Wir haben gewusst, dass Jenny in der Höhe immer große Schwierigkeiten hat. Sie braucht traditionell lange, bis sie sich angepasst hat", sagte Chefbundestrainer Markus Eicher.

Alles überragende Athletin in diesem Winter bleibt die Südkoreanerin Lee, die am Sonntag in 36,80 Sekunden einen Weltrekord aufstellte. Schon am Vortag hatte sie in 36,99 Sekunden als zweite Frau überhaupt über 500 m die 37-Sekunden-Marke geknackt. Dies war vor ihr lediglich der Chinesin Yu Jing (36,94) gelungen, am 29. Januar vergangenen Jahres ebenfalls auf dem schnellen Eis von Calgary. Eicher: "Lee ist eine Welt für sich."

Ebenfalls hinter den Erwartungen zurück blieb über 1000 m der Männer am Samstag Samuel Schwarz. Der 29 Jahre alte Berliner, der Mitte Dezember im chinesischen Harbin den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere gefeiert hatte, kam in 1:08,66 Minuten nicht über den zwölften Platz hinaus. Am Abend hatte Schwarz aber noch die Möglichkeit, dieses Ergebnis vergessen zu machen.

Ein Erfolg gelang derweil Denny Ihle aus Chemnitz, der am Samstag als erster Deutscher über 500 m die 35-Sekunden-Barriere durchbrach. In 34,90 Sekunden stellte der 28-Jährige einen deutschen Rekord auf. Mit dieser Leistung belegte Ihle in der B-Gruppe den dritten Platz. Den alten Rekord hielt sein Bruder Nico mit 35,04 Sekunden.