Algier/Paris/Bamako (dpa) - Das Geiseldrama in der algerischen Wüste geht auf das Konto von Islamisten aus dem Norden Malis.

32 Terroristen unterschiedlicher Nationalitäten seien aus dem von extremistischen Rebellen beherrschten Teil des Nachbarlands gekommen, sagte der algerische Ministerpräsident Abdelmalek Sellal am Montag in Algier. Die Aktion sei zwei Monate lang für den Fall vorbereitet worden, dass Algerien dem Drängen Frankreichs nach militärischer Unterstützung im Nachbarland Mali nachgibt. Die Terroristen konnten laut Sellal auf das Wissen eines in der Anlage beschäftigten Fahrers zurückgreifen.

Unter den Angreifern waren Extremisten aus Mali, Algerien, Kanada, Ägypten, Tunesien, Niger und Mauretanien. 29 seien bei den Einsätzen der algerischen Armee getötet, drei der Islamisten seien gefangen worden.

Bei Geiselnahme und Befreiungsaktionen sind laut der vorläufigen Bilanz Sellals 37 ausländische Geiseln aus acht Ländern getötet worden. Fünf Ausländer werden weiterhin vermisst. Sieben Leichen seien noch nicht identifiziert.

Bisher bestätigt sind ein Franzose, ein US-Amerikaner, zwei Rumänen, ein Kolumbianer, drei Briten, sechs Philippiner und sieben Japaner. Das Schicksal von drei weiteren Japanern ist nach Angaben des japanischen Premierministers Shinzo Abe noch unklar.

Außerdem kam ein Algerier bei dem von Mittwoch bis Samstag andauernden Geiseldrama ums Leben. Auf der Gasproduktionsanlage von In Amenas waren nach offiziellen Angaben knapp 790 Menschen beschäftigt, darunter 134 Ausländer aus 26 Nationen.

Zur Identifizierung der Leichen sind ausländische Experten in Algerien eingetroffen. Die Delegationen, die unter anderem aus den USA und Japan kommen, wollen nach einem Bericht des Senders Chaine 3 in einem Krankenhaus bei der Gasförderanlage In Amenas die Opfer untersuchen.

Mit der Erstürmung der Gasförderanlage hatte die algerische Armee am Samstag die Geiselnahme beendet. Nach anfänglicher Kritik wegen des harten Vorgehens der Militärs suchten mehrere Staaten den Schulterschluss mit Algerien. Die USA, Großbritannien, Frankreich, Norwegen und Deutschland machten die Terroristen für das Blutbad verantwortlich.