Kabul (dpa) - Bei einem erneuten Terrorangriff in Kabul sind nach Angaben der Regierung die fünf Angehörigen eines Selbstmordkommandos der Taliban sowie drei Verkehrspolizisten getötet worden. Zwölf Menschen seien verletzt worden, darunter sechs Zivilisten.

Das sagte der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki. Aufständische hatten sich am frühen Montagmorgen im Hauptquartier der Verkehrspolizei verschanzt. Sie lieferten sich mehr als acht Stunden lang Gefechte mit Sicherheitskräften. Teile des Gebäudes gerieten in Brand. Es war der zweite Angriff eines Selbstmordkommandos der Taliban in der afghanischen Hauptstadt in weniger als einer Woche.

Bei dem Angriff am Montag sprengte sich nach Polizeiangaben ein Selbstmordattentäter am Eingang der Verkehrspolizei in die Luft, um Mitkämpfern Zugang zu verschaffen. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Die Zentrale der Verkehrspolizei liegt neben dem Hauptquartier der Grenzpolizei, die nach Angaben der Aufständischen das eigentliche Ziel war. Das Gebäude der Verkehrspolizei ist wie alle Behörden in Kabul durch bewaffnete Kräfte gesichert. Verkehrspolizisten sind aber unbewaffnet und werden nicht im Kampf gegen Taliban eingesetzt.

Erst am Mittwoch vergangener Woche hatten Taliban-Kämpfer die Zentrale des afghanischen Geheimdienstes NDS in Kabul angegriffen. Dabei waren nach Angaben der Behörden alle sechs Angehörigen des Selbstmordkommandos sowie ein Wachmann getötet worden. 30 Zivilisten waren verletzt worden. Der Angriff auf die NDS-Zentrale war der erste Anschlag dieses Jahres in Kabul. Davor war es in der Hauptstadt mehr als vier Wochen lang ruhig gewesen. Nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf kommt es in Kabul zu weniger als einem Prozent aller landesweiten Angriffe Aufständischer.

Isaf-Statistik