Hannover (dpa) - Wie dicht Sieg und Niederlage beieinander liegen, haben CDU und FDP bei der Landtagswahl in Niedersachsen bitter erfahren. Stärkste Kraft ist die CDU, die FDP hat ihr historisch bestes Ergebnis eingefahren.

Trotzdem werden die bisherigen Koalitionspartner nach zehn Jahren wohl auf die Oppositionsbank umziehen müssen. Nach einem der spannendsten Wahlkrimis der vergangenen Jahre bereiten sich SPD und Grüne in Hannover auf Koalitionsgespräche vor. Ein einziger Parlamentssitz sichert ihnen die Mehrheit.

Den Ausschlag dafür gab unter anderem, dass die Grünen viele Stimmen von der CDU gewinnen konnten - und so am Ende mit 13,7 Prozent ein Rekordergebnis erzielten. Entsprechend selbstbewusst fordern sie nun «Verhandlungen auf Augenhöhe». Anja Piel, die als eine von zwei Spitzenkandidaten in den Wahlkampf zog, betont aber: «Wir wissen, dass das eine sehr knappe Mehrheit ist. Das ist auch eine Herausforderung, der wir uns stellen werden.»

Sie sind nicht die ersten: Dass sich Niedersachsen von Rot-Grün mit nur einer Stimme Mehrheit regieren lässt, haben 1990 für eine Legislaturperiode schon der spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der heutige Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin, vorgemacht.

Bei den nun anstehenden rot-grünen Koalitionsverhandlungen ist der gemeinsame Nenner groß: Bei der Verbesserung der frühkindlichen Bildung gibt es genauso Konsens wie bei der Abschaffung der Studiengebühren. «Knackpunkte könnte es geben bei unseren Vorstellungen, wie wir uns die Agrarwende vorstellen», sagt Piel. Auch beim Straßenbau und anderen Infrastrukturmaßnahmen könnte es haken. Erst zum Schluss soll es um die Postenverteilung gehen.

Wie die Zukunft des bisherigen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) ausschaut, ist noch ungewiss. Sicher ist nur, dass er nicht als Oppositionsführer im Landtag sitzen will. Die CDU wolle ihre Oppositionsrolle aber schnell annehmen, kündigte Generalsekretär Ulf Thiele an. Man werde es Rot-Grün nicht leicht machen.

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