Frankfurt/Main (dpa) - Nach überraschend guten ZEW-Daten hat der Dax seine Verluste bis zum Mittag eingedämmt. Belastet durch Sorgen um die Unternehmensziele der Deutschen Bank war der deutsche Leitindex zwischenzeitlich bis auf 7634 Punkten gefallen.

Bis zum Mittag reduzierte sich das Minus aber auf 0,48 Prozent bei 7712 Punkten. Dem Analysten Ulrich Wortberg von der Helaba zufolge ist der kräftige Anstieg der Konjunkturerwartungen auf das höchste Niveau seit Mai 2010 sehr positiv zu beurteilen.

Zudem sollte eine zwischenzeitliche Konsolidierung nach der Rallye des Dax nicht überbewertet werden, kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank die Verluste. Der MDax hielt sich mit plus 0,01 Prozent stabil auf 12 554 Punkten, während der TecDax 0,36 Prozent auf 871 Punkte verlor.

Der «Börsen-Zeitung» zufolge prüfen die deutschen Bankenaufseher die Auswirkungen der von einer EU-Expertengruppe vorgeschlagenen Aufspaltung von Investmentbanking und Privatkundengeschäft («Trennbankmodell»). Würde es zu dieser Teilung kommen, würde das einem Börsianer zufolge das Geschäftsmodell der Deutschen Bank infrage stellen und die Ergebnisse im Investmentbanking unter Druck bringen. Zuletzt ging es für die Papiere als Dax-Schlusslicht noch um 1,76 Prozent nach unten.

Bester Dax-Wert waren die Aktien von Siemens, die nach einem «Handelsblatt»-Bericht über die Gewinnentwicklung im ersten Geschäftsquartal um 0,83 Prozent vorrückten. Ein Händler hält nun bei der Bilanzvorlage am Mittwoch positive Überraschungen für möglich.