Brüssel (dpa) - Die EU-Finanzminister sind am Dienstag in Brüssel zusammengekommen, um einer Gruppe von elf Mitgliedstaaten eine neue Abgabe auf Finanztransaktionen zu erlauben. Es geht dabei um eine im EU-Vertrag ausdrücklich erlaubte «verstärkte Zusammenarbeit».

Mitziehen wollen unter anderen Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

Die amtierende Ratsvorsitzende und irische Ressortchef Michael Noonan sagte, er erwarte einen Beschluss der Minister dazu. Wie die Finanzsteuer «im kleinen Kreis» genau gestaltet werden soll, ist noch nicht klar. Dazu muss die EU-Kommission erst noch einen Vorschlag machen. Eine Einigung aller 27 Staaten hatte sich nach langen Debatten als unmöglich erwiesen, da insbesondere Großbritannien und Schweden auf die Bremse traten.

Die Steuer soll nach bisherigen Plänen vom nächsten Jahr an kommen. Die EU-Kommission hatte geschätzt, dass die Steuer EU-weit 57 Milliarden Euro pro Jahr einbringen könnte - für die kleinere Gruppe von elf Ländern fehlen bisher belastbare Zahlen.

Die Finanzsteuer ist auch Thema bei den deutsch-französischen Beratungen in Berlin anlässlich des 50. Jubiläums des Elyséevertrages. Der französische Staatspräsident François Hollande hatte gesagt, er wolle Mittel aus der Finanztransaktionssteuer zur Finanzierung von Programmen zur besseren Ausbildung von Jugendlichen einsetzen.