Berlin (SID) - Zeitfahrweltmeister Tony Martin befürchtet nach dem Doping-Geständnis von Lance Armstrong wirtschaftlichen Schaden für den Radsport. "Jetzt werden wieder viele Sponsoren ihr Engagement im Radsport überdenken. Für uns Profis geht es um die Existenz. Es ist traurig, dass wir für die Sünden von Armstrong büßen müssen", sagte Martin der Sport Bild: "Wenn sich sogar ein jahrelanger Sponsor wie Rabobank zurückzieht, herrscht Alarmstufe Rot."

Die niederländische Rabobank hatte nach den Enthüllungen der US-Antidoping-Agentur USADA im Fall Armstrong Mitte Oktober angekündigt, sich Ende des Jahres als Sponsor aus dem Radsport zurückzuziehen. Rabobank war seit 1996 im Radsport aktiv. Zuletzt waren Vorwürfe laut geworden, dass in der niederländischen Mannschaft von 1996 bis 2012 ebenfalls systematisch gedopt worden sei.

Zum vielbeachteten Interview Armstrongs mit US-Talkerin Oprah Winfrey äußerte sich Martin kritisch. Dieses sei emotionslos und kalkuliert gewesen. "Wenn man bedenkt, dass er dafür mit Sicherheit auch noch eine Menge Geld kassiert hat, wird einem ganz anders", sagte Martin.