Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Großbritannien zur Kompromissbereitschaft in der Diskussion über die Zukunft des Landes in der Europäischen Union aufgefordert.

«Europa bedeutet auch immer, dass man faire Kompromisse finden muss», sagte Merkel am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem Präsidenten von Benin, Boni Yayi, in Berlin. «In diesem Rahmen sind wir natürlich bereit, auch über britische Wünsche zu sprechen.» Aber man müsse immer im Auge haben, dass andere Länder auch andere Wünsche haben.

Premierminister David Cameron will die Bürger seines Landes bis spätestens 2017 über den Verbleib in der EU abstimmen lassen - falls er im Frühjahr 2015 wiedergewählt wird.

Merkel sagte: «Deutschland und ich ganz persönlich wünsche mir, dass Großbritannien ein wichtiger Teil und ein aktives Mitglied der Europäischen Union ist.» Deutschland begrüße, dass London «einen großen Wert darauf legt, dass Europa im Rahmen der Globalisierung ein wettbewerbsfähiger Kontinent ist, der seinen Wohlstand gut halten kann».

Deutschland werde in den nächsten Monaten «sehr intensiv mit Großbritannien über seine Vorstellungen im Einzelnen sprechen», sagte Merkel. Für sie stehe nun «erst einmal auf der Tagesordnung, alles daran zu setzen, eine gemeinsame mittelfristige Finanzplanung hinzubekommen». Dies sei die Voraussetzung für Wachstum in Europa, «und das ist auch im britischen Interesse».