Frankfurt/Main (SID) - Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, bittet nach dem Pyro-Eklat von Leverkusen um Unterstützung. "Wir brauchen jetzt die Hilfe aller, das heißt die Hilfe des DFB, die Hilfe der Zuschauer, die Hilfe der vernünftigen Fans", sagte Bruchhagen im Interview mit Sport1: "Die ganze Klaviatur der Maßnahmen ist längst gespielt. Wir müssen erkennen, dass wir uns nicht gegenseitig bestrafen dürfen, sondern dass wir konzentriert gegen diese Gruppe vorgehen müssen, um sie aus dem Stadion zu entfernen."

Ausschreitungen Frankfurter Randalierer hatten am Samstag das Spiel bei Bayer Leverkusen (1:3) überschattet. Im Frankfurter Block wurden Silvesterraketen abgeschossen und Bengalos gezündet. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) unterbrach das Spiel für sechs Minuten. Dem Aufsteiger droht nun eine hohe Geldstrafe sowie ein Geisterspiel durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

"Es nutzt doch nichts, uns großartig zu bestrafen", sagte Bruchhagen: "Wer wird denn da bestraft? Bestraft wird Eintracht Frankfurt, bestraft werden die Fans, die Fußball lieben. Die Chaoten, die überhaupt nichts mit Fußball zu tun haben, die haben weder Fußball gespielt noch lieben sie den Fußball oder die Eintracht - die lachen sich doch ins Fäustchen, wenn drakonische Strafen gegen uns ausgesprochen werden."

Der 64-Jährige räumte ein, dass sich am Main "in der letzten Zeit" Gruppierungen gebildet hätte, "die aus dem Ruder gelaufen sind". Die Frage sei jetzt nicht mehr, was zu tun sei. "Ich glaube, wir haben alles getan", sagte Bruchhagen: "Es ist jetzt genug geredet. Wir müssen diese Täter ermitteln - und wir müssen sie aus den Stadien entfernen. Jetzt müssen wir der Täter habhaft werden. Wenn wir das nicht schaffen, dann weiß ich auch keine Lösung mehr."

Ohne die Ermittlung der Täter sei man in Frankfurt "auf dem besten Wege, alle zu verprellen: die Sponsoren und die vernünftigen Zuschauer". Resignieren werde der Aufsteiger "in keinster Weise", sagte Bruchhagen: "Jetzt ist es für uns aber schwer, dieser Situation Herr zu werden. Die klassischen Ansätze funktionieren nicht."