Hamburg (SID) - Manfred Ertel, neuer Aufsichtsrats-Vorsitzender des Hamburger SV, hat Kritik an dem obersten Kontrollgremium des Fußball-Bundesligisten zurückgewiesen. Das Fehlen sportlicher Kompetenz in dem elfköpfigen Rat werde "überbewertet".

Es sei kein "entscheidendes Kriterium als Aufsichtsrat, ob man die Außenlinie zehn Jahre lang mehr oder weniger erfolgreich hoch- und runtergelaufen ist und Flanken aus vollem Lauf schlagen konnte oder nicht", sagte Ertel dem Hamburger Abendblatt, "das Wichtigste ist und bleibt das Fachwissen in Finanzfragen und die Kenntnis des Vereins."

Sportliche Befugnisse habe das Gremium ohnehin nicht. "Dafür haben wir hervorragende Experten als Trainer, Sportchef und in deren Mitarbeiterstab", sagte der 62 Jahre alte Journalist, der am Montag zum Nachfolger von Alexander Otto gewählt worden war.

Wichtigste Aufgabe des Aufsichtsrat sei es, "den Verein und den Vorstand in wirtschaftlichen Fragen zu kontrollieren". Doch gerade finanziell ist der Bundesliga-Dino angeschlagen. Die Hanseaten werden das laufende Geschäftsjahr erneut mit einem Millionen-Minus abschließen - zum dritten Mal in Folge. Nach Schätzungen von Experten könnte der Fehlbetrag im Sommer sogar im zweistelligen Millionenbereich liegen. Der Vorstandsvorsitzende Carl Jarchow hatte zuletzt ein weiteres Minus angekündigt, aber immer wieder betont, dass die Liqidität des Klubs nicht gefährdet sei.