Cameron will Volk über EU-Mitgliedschaft entscheiden lassen

London (dpa) - Großbritanniens Premier David Cameron sucht die offene Konfrontation mit Brüssel. Mit der Ankündigung einer Volksabstimmung über den Verbleib seines Landes in der EU setzt der konservative Regierungschef die europäischen Partner massiv unter Druck. Das Referendum soll spätestens Ende 2017 stattfinden, falls Cameron 2015 wiedergewählt wird. Camerons Vorstoß stieß im Ausland auf teils vehemente Kritik. Außenminister Guido Westerwelle sagte: «Rosinenpicken ist keine Option.» Kanzlerin Angela Merkel setzt auf konstruktive Gespräche.

Schavan kämpft um Titel und Amt

Berlin (dpa) - Die unter Plagiatsverdacht stehende Bildungsministerin Annette Schavan kämpft um ihren Doktortitel und ihr politisches Überleben. «Ich bin davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden», teilte Schavan mit. Bundeskanzlerin Angela Merkel hält weiter zu ihrer Vertrauten. SPD und Grüne preschten vor: Schavan müsse bei einem Titel-Verlust zurücktreten. Die Universität Düsseldorf hatte ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels eingeleitet.

Netanjahu nach Wahldämpfer vor schweren Koalitionsverhandlungen

Tel Avi (dpa) - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei einer von innenpolitischen Themen dominierten Parlamentswahl herbe Verluste erlitten. Sein rechtes Bündnis Likud-Beitenu kam nur auf 31 der 120 Sitze in der Knesset, dem Parlament. Da der Block dennoch wieder stärkste Kraft wurde, dürfte Präsident Schimon Peres den 63-Jährigen erneut mit der Regierungsbildung beauftragen. Einen Überraschungserfolg konnte Politneuling Jair Lapid mit seiner liberalen Zukunftspartei erringen. Mit 19 Mandaten landete er auf Platz zwei und dürfte damit eine Schlüsselposition bei der Regierungsbildung haben.

Deutsche Soldaten in der Türkei angegriffen - Berlin protestiert

Berlin (dpa) - Gegner des Nato-Einsatzes im Süden der Türkei haben eine Gruppe der dort stationierten Bundeswehrsoldaten angegriffen. Die in Zivil gekleideten Soldaten wurden beim Verlassen eines Geschäftes in der Hafenstadt Iskenderun von etwa 40 Demonstranten angepöbelt und bedrängt. Türkische Sicherheitskräfte hätten eingegriffen und eine weitere Eskalation verhindert, teilte die Bundeswehr mit. Die Bundesregierung forderte die Türkei auf, besser für den Schutz der Deutschen zu sorgen.

In Mali hat Befreiung von Timbuktu Vorrang

Bamako (dpa) - Französische Truppen wollen in Mali so schnell wie möglich die historische Wüstenstadt Timbuktu aus den Händen der Islamisten befreien. Kampfjets greifen seit gestern Stellungen der Extremisten im Norden des Landes an. Die Angriffe hätten Stützpunkten der AQMI-Milizen rund um Timbuktu gegolten, sagte ein malischer Armeesprecher. Nach Informationen des Wochenblattes «Canard Enchaîné» hat Präsident François Hollande die Devise ausgegeben, schnellstmöglich Timbuktu oder Gao unter Kontrolle zu bringen.

Rund 40 Tote bei Selbstmordattentat in irakischer Schiiten-Moschee

Tikrit (dpa) - Ein Selbstmordattentäter hat in einer schiitischen Moschee im Irak mindestens 40 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Angaben der Polizei sprengte er sich während einer Trauerfeier von Angehörigen der turkmenischen Minderheit mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Zuletzt gab es im Irak nahezu täglich Terroranschläge. Nach dem Abzug der US-Armee Ende 2011 hat sich der Machtkampf zwischen Schiiten, Sunniten und den Angehörigen der verschiedenen ethnischen Minderheiten im Irak verschärft.