Berlin (SID) - Box-Trainer Ulli Wegner hält keine großen Stücke auf "Jahrhunderttalent" Jürgen Brähmer. Wegners Schützling Eduard Gutknecht boxt am 2. Februar in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen Ex-Weltmeister Brähmer um den EM-Titel im Halbschwergewicht (ARD/22.30 Uhr.

"Brähmer ist zwar kein schlechter Mann, aber in meinen Augen keine Weltspitze mehr. Eduard hingegen hat sein vollständiges Potenzial noch nicht ausgeschöpft und bewegt sich dahin, wo Brähmer einmal war", sagte der 70 Jahre alte Wegner über die Kontrahenten.

Laut Wegner, der momentan vier Weltmeister trainiert, habe Brähmer vermeintlich einen Vorteil, weil er größere Erfahrung mit Titelkämpfen aufweist. Aber deshalb sei Brähmer nicht der Favorit. "Er wurde ja einst als 'Jahrhunderttalent' angepriesen. Solche Leute habe ich auch schon trainiert. Doch meistens ist gerade aus denen nie etwas geworden", lästerte Wegner.

Brähmer musste im Mai 2011 seinen WM-Gürtel abgeben. Der Schweriner hatte verletzungsbedingt dreimal eine Titelverteidigung absagen müssen. Der Sieger des Duells am 2. Februar erwirbt das Recht auf einen WM-Kampf des Verbandes WBO. "Wenn ich gut trainiere und in Form bin, bin ich schwer schlagbar", betonte Brähmer.

Auch in Richtung Brähmers Trainer Karsten Röwer ließ Wegner Giftpfeile los. "Karsten Röwer hat bei sich viele Top-Amateure, aber kann bisher mit Ausnahme von Sebastian Sylvester keine großen Titel vorweisen. Bevor ich in Rente gehe, möchte ich erstmal ein paar Weltmeister in seinen Reihen sehen - dann können wir von einer Herausforderung sprechen", meinte Wegner.