Addis Abeba (dpa) - Die Militäroffensive gegen Islamisten in Mali sowie weitere afrikanische Krisenherde stehen am Sonntag und Montag im Mittelpunkt des 20. Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU).

In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs des Kontinents erwartet.

Darunter sind der südafrikanische Präsident Jacob Zuma und die liberianische Staatschefin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will an den Krisengesprächen teilnehmen.

Es handelt sich um eine Art «Jubiläumsgipfel», da sich die Gründung der «Organisation der Afrikanischen Einheit» (seit 2002: Afrikanische Union) in diesem Jahr zum 50. Mal jährt. Im Mai ist aus diesem Anlass eine große Feier geplant.

Der Gipfel steht unter dem Thema «Panafrikanismus und afrikanische Renaissance». Jedoch glauben Beobachter, dass sich der Großteil der Treffen auf die Lage in Mali und den seit Monaten geplanten afrikanischen Militäreinsatz AFISMA konzentrieren werden, dessen Finanzierung noch nicht gesichert ist.

Am Dienstag wird eine Geberkonferenz im AU-Hauptsitz stattfinden, bei der die nötigen Mittel aufgebracht werden sollen. Daran wollen neben Spitzenpolitikern aus Afrika auch Vertreter aus über 50 weiteren Ländern sowie der Vereinten Nationen und anderer wichtiger Organisationen teilnehmen.

Schätzungen zufolge werden mehrere Hundert Millionen Dollar für den Einsatz «African-led International Support Mission in Mali» AFISMA benötigt. Die bis zu 3500 Mann starke Truppe wird unter anderem von Nigeria, Niger, Burkina Faso und Togo gestellt.

Weitere «heiße Eisen» beim AU-Gipfel sind die Rebellenhochburgen Kongo und Zentralafrikanische Republik sowie die ins Stocken geratenen Friedensverhandlungen des Sudans mit dem 2011 unabhängig gewordenen Südsudan. Bereits vor Konferenzbeginn wollten sich die Präsidenten beider Länder - Omar al-Baschir und Salva Kiir - in Addis Abeba treffen. Vor allem die genaue Grenzziehung zwischen beiden Staaten ist weiter unklar.

Äthiopien ist eines der Länder, in die Al-Baschir noch einreisen darf, ohne eine Festnahme zu riskieren. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) hatte Anfang 2010 einen Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur gegen ihn erlassen. Da Äthiopien nicht zu den Unterzeichnerstaaten des Römischen Statuts gehört, kann sich der sudanesische Präsident dort noch frei bewegen.

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