Berlin (dpa) - In der Debatte über Großbritanniens künftiges Verhältnis zur Europäischen Union hat Außenminister Guido Westerwelle den EU-Partner vor einem Konfrontationskurs gewarnt.

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sagte Westerwelle: «Nach einer jahrzehntelangen Beziehung in der Krise zu sagen: "Entweder Du wirst so wie ich will, oder ich gehe", das funktioniert nicht.» Deutschland sei jedoch zu Gesprächen über eine EU-Reform bereit. Bei den britischen Änderungswünschen werde es «Punkte geben, die wir ähnlich sehen».

Zugleich sprach sich der FDP-Politiker dafür aus, über eine europäische Verfassung später einmal auch in Deutschland eine Volksabstimmung abzuhalten. Der britische Premierminister David Cameron strebt bis 2017 ein Referendum darüber an, ob sein Land in der EU bleibt oder sie verlässt. Westerwelle vertrat die Auffassung, dass Großbritannien wegen der Unsicherheit über seinen künftigen Kurs bereits zuvor weniger ausländische Investitionen bekommen könnte.