Peking (SID) - Chinas erfolgsverwöhnte Tischtennis-Stars bereiten ihren Trainern rund vier Monate vor der Einzel-WM in Paris (13. bis 20. Mai) Kopfzerbrechen. Olympiasieger und Weltmeister Zhang Jike kämpft offenbar mit erheblichen Motivationsproblemen, und der neue Weltranglistenerste Xu Xin blieb in den Endspielen der chinesischen Super League ohne Sieg.

Der Weltranglistenzweite Zhang erhielt nach seinem schmählichen Viertelfinal-Aus bei den Austrian Open in Wels am vergangenen Wochenende gegen den 43 Plätze tiefer notierten Taku Takakiwa bereits eine deutliche Warnung von Nationaltrainer Liu Guoliang. "Wenn Zhang nicht die nötige Einstellung zum Wettkampf findet und sich nicht anstrengt, wird sein Ruhm bald verblassen. Gut möglich, dass London 2012 dann schon wieder sein letztes Olympia-Turnier war", sagte der Atlanta-Goldmedaillengewinner von 1996.

Liu hatte den Weltcup-Sieger, der trotz seiner Österreich-Pleite im Februar zu Chinas Aufgebot für die Super-Series-Turniere der World Tour in Kuwait und Katar gehört, bereits zuvor wegen schwacher Leistungen in der Vorrunde der nationalen WM-Ausscheidung scharf kritisiert.

Xu übte unterdessen für seine Niederlagen-Serie in den Super-League-Endspielen Selbstkritik: "Ich denke nicht, dass Müdigkeit und Erschöpfung durch die vielen Spiele der vergangenen Wochen und Monate der Grund sind. Ich merke, dass ich momentan nicht in der Lage bin, mich völlig auf das Spiel zu konzentrieren. Manchmal bin ich zu einfach abzulenken. Daran muss ich beharrlich arbeiten."