Düsseldorf (dpa) - Im Tarifkonflikt beim Energiekonzern Eon findet an diesem Montag die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik statt.

Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE wollen ihre Mitglieder zu Arbeitskampfmaßnahmen befragen, nachdem sie die Tarifverhandlungen Mitte Januar nach drei ergebnislosen Runden für gescheitert erklärt hatten.

Die Gewerkschaften fordern für die 30 000 Beschäftigten von Eon in Deutschland 6,5 Prozent mehr Geld. Eon hatte in den Verhandlungen zuletzt 1,7 Prozent geboten. Der Energiekonzern will einen Streik in letzter Minute noch abwenden und appellierte am Freitag an die beiden Gewerkschaften, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Eon hat nach den Worten eines Unternehmenssprechers einen «konkreten Vorschlag zur sofortigen Wiederaufnahme der Tarifgespräche» gemacht. Der Konzern habe «deutliche Kompromissbereitschaft» signalisiert.

Der Tarifkonflikt bei Eon birgt Brisanz. Verdi hatte Eon bereits mit Streiks bis hin zu den Kraftwerken gedroht. Mit Vorwarnungen solle aber sichergestellt werden, dass der Düsseldorfer Konzern dementsprechend Strom von der Konkurrenz zukaufen könne und dass es nicht zum «Blackout» - einem plötzlichen Stromausfall - komme, hieß es. Es drohe der erste unbefristete Streik in der privaten Energiewirtschaft der Bundesrepublik. Bislang habe es nur sehr wenige Warnstreiks gegeben: Bei Eon 2008 und Anfang 2013, bei RWE Ende 2010 und Anfang 2011.

«Die Urabstimmung wird deutlich machen, wie ernst die Lage ist. Das Eon-Angebot von 1,7 Prozent passt hinten und vorne nicht. Da muss noch erheblich draufgepackt werden, wenn wieder Bewegung in die Runde kommen soll», sagte Michael Denecke, ein Sprecher der IG BCE, der dpa. «Die Urabstimmung wird ein deutliches Signal an den Konzern sein», betonte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz.

Verdi-Mitteilung vom 16. Januar