Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel will in ihren Gesprächen mit dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi auch das angespannte Verhältnis seines Landes zu Israel ansprechen.

«Das Thema Nahost, das Thema Verhältnis Ägypten zu Israel wird mit Sicherheit ein Gesprächsthema sein», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin kurz vor einem Zusammentreffen von Merkel und Mursi.

Mehrere internationale Medien hatten Mitte Januar über TV-Interviews von Mursi 2010 berichtet. Darin hatte er die Zionisten in Israel als «Blutsauger» und «Nachfahren von Affen und Schweinen» beschimpft. Seibert sagte, es sei beruhigend für die Bundesregierung gewesen, dass Mursi nach seinem Amtsantritt im Sommer 2012 betont habe, Ägypten werde seine internationalen Verpflichtungen einhalten. «Ägypten kommt eine große Rolle zu.»

Mursi ist der erste islamistische Präsident Ägyptens. Er traf am Mittag zu seinem ersten Deutschland-Besuch in Berlin ein. Wichtigstes Thema in den Gesprächen mit Merkel wird die politische Entwicklung in Ägypten zwei Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak sein. Bei gewalttätigen Protesten kamen dort in den vergangenen Tagen mehrere Dutzend Menschen ums Leben. Wegen der Lage in seinem Land hat Mursi sein Berlin-Programm stark gekürzt, er fliegt noch am Abend zurück nach Kairo.

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