Frankfurt/Main (dpa) - Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach haben die Anschuldigungen von FIFA-Chefreformer Mark Pieth zurückgewiesen und die aktive Rolle des Deutschen Fußball-Bund bei den Reformbemühungen im Weltverband hervorgehoben.

«Die Vorwürfe von Professor Pieth sind für mich unverständlich. Das sind Entscheidungen in demokratischen Prozessen. Die muss man auch akzeptieren», sagte der ehemalige DFB-Chef Zwanziger der Nachrichtenagentur dpa zu den Aussagen Pieths über angeblich mangelnden Reformwillen bei Fußball-Spitzenfunktionären.

«Der DFB und sein Präsident Wolfgang Niersbach haben bei der Präsentation der Reformen bei der UEFA eine sehr gute Rolle gespielt. Das muss ich ausdrücklich sagen», betonte Zwanziger. Auch Niersbach verteidigte sich und seinen Verband. «Von einer Blockadehaltung gegenüber Reformbestrebungen kann überhaupt keine Rede sein», sagte der DFB-Präsident der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Tatsache ist, dass ein Großteil der Reformvorschläge die Zustimmung der europäischen Verbände gefunden hat», betonte er.

Der Schweizer Top-Jurist Pieth, der der FIFA-Kommission für Good Governance vorsteht, hatte in Interviews Funktionäre des Weltverbandes harsch angegangen und auch UEFA und DFB für ihre Rolle bei den Bemühungen für mehr Demokratie und Transparenz bei der FIFA kritisiert.

Zwanziger widersprach Pieth und wollte das bereits Erreichte honoriert wissen. «Das Glas ist halb voll und es kann nicht mehr ausgeschüttet werden. Es gibt sicher noch Details zu klären bei den Fragen der Amtszeitbeschränkung und der Integritätsprüfung von FIFA-Funktionären. Aber ich halte die Anschuldigungen in der Form nicht für gerechtfertigt», sagte er.

Niersbach hob besonders seinen Einsatz für eine Leumundsprüfung von Fußball-Funktionären hervor. «Ich habe mich im Namen des DFB ganz klar für eine Integritätsprüfung ausgesprochen», sagte er. «Ich halte das Verfahren für richtig und notwendig.»