Hamm (dpa) - Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm zur Herausgabe der Daten eines Samenspenders hat sich der Anwalt der klagenden Tochter erleichtert gezeigt.

«Jetzt sind wir nach drei Jahren Kampf davon überzeugt, den richtigen Vater von Sarah auch zu finden», sagte Verteidiger Markus Goldbach am Mittwoch. Er kündigte an, die Herausgabe der Daten des leiblichen Vaters erzwingen zu wollen. Die entsprechenden Schritte würden nun beim Landgericht Essen eingeleitet. Der beklagte Fortpflanzungsmediziner beruft sich weiter darauf, dass die Daten zu dem Fall nicht mehr vorlägen.

In einem wegweisenden Urteil hatte das Oberlandesgericht Hamm zuvor entschieden, dass eine Samenbank der anonym gezeugten Sarah P. den Namen des Vaters nennen muss. Goldbach sprach von einem Grundsatzurteil für alle Spenderkinder, forderte aber gleichzeitig eine gesetzliche Regelung ein. Die Klägerin wollte sich persönlich nicht zu ihrem Erfolg äußern.

Das Bundesjustizministerium hielt sich zunächst bedeckt. Erst wenn eine Entscheidung oberster Gerichte vorliege, sei zu prüfen, ob es gesetzgeberischen Handlungsbedarf gebe, sagte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage. Die Vermutung, dass Männer nach dem Urteil nicht mehr zur Samenspende bereit sein dürften, nannte sie «Spekulation». Das OLG hat allerdings keine Revision zugelassen; dagegen kann aber Beschwerde eingelegt werden.

Mitteilung des OLG zu der Enbtscheidung