Jerez de la Frontera (dpa) - Ein Schlagloch hat Sebastian Vettel und seine Verfolger zum Abschluss der viertägigen Formel-1-Testfahrten in Jerez de la Frontera vorübergehend ausgebremst.

Knapp vor der Hälfte des achtstündigen Arbeitstages wurden auf dem ehemaligen Grand-Prix-Kurs die Roten Flaggen geschwenkt. Vettel, bis dahin der Schnellste in seinem Red Bull, musste sich nach 56 Runden auf dem 4,428 Kilometer langen Kurs notgedrungen vorzeitig in die Mittagspause verabschieden.

Ärgerlich. Die Bedingungen waren bestens, die Sonne schien, auf den Tribünen wollten reichlich Zuschauer das Geschehen verfolgen. Zunächst ging aber nichts. Einzig für Ferrari war es nicht so schlimm: Der italienische Rennstall hatte schon am frühen Morgen einen Defekt am F138 zu beklagen gehabt.

Ersatzpilot Pedro de la Rosa musste auf seiner zweiten Installationsrunde aus dem stark qualmenden Ferrari aussteigen. Der neue Mercedes funktionierte nach den Malaisen an den ersten beiden Tagen hingegen wie am Donnerstag bestens: Lewis Hamilton schaffte mit 59 Runden bis zur Baupause die meisten Kilometer. «Mit jeder Runde lerne ich dazu», sagte der Brite.

Der Neuzugang reihte sich auf dem dritten Platz ein. Sein Rückstand auf Vettel betrug 0,236 Sekunden. Auf dem zweiten Rang lag zunächst der mexikanische Debütant Esteban Gutierrez im neuen Sauber. Kimi Räikkönen wurde im Lotus auf Platz vier geführt.

Nachdem sich Vettel am Donnerstag den Rost abgefahren hatte, legte er gleich los und fuhr mit dem RB9 zum Jerez-Abschluss früh auf die Strecke. Die Teams spulten - bis auf Ferrari - ihr Testprogramm ab. Fahren mit viel Benzin, mal mit weniger, mal härtere, mal weichere Reifen.

Bis zum Saisonstart am 17. März mit dem Großen Preis von Australien zählt jeder Kilometer. Umso bedauerlicher für die Rennställe, dass ein Schlagloch auf einem grünen Streifen zwischen der Asphaltdecke und dem Kiesbett alle erstmal zur Untätigkeit verurteilte.

Zunächst untersuchten Streckenposten das Loch eingehend, dann versuchten sie die Lücke mit schwarzen Hartplastikschalen abzudecken. Vergebens. Die Gefahr, dass sich eine solche Abdeckung wieder lösen könnte, war viel zu groß. Der Streckensprecher versuchte nebenbei, die Zuschauer bei Laune zu halten. Denn die neue Lösung des Problems brauchte Zeit: Eiligst angerührter Zement wurde in das Loch gefüllt. Knapp eine Stunde nach der Streckensperrung schalteten die Ampeln wieder auf Grün.