Dresden (dpa) - Die Stadt Dresden gedenkt heute ihrer Zerstörung am 13. und 14. Februar 1945. Dabei wird auch an die Opfer des Zweiten Weltkrieges in anderen Ländern erinnert. Zudem steht der Tag im Zeichen des Protestes gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten.

Wie in den Vorjahren soll mit einer Menschenkette ein schützender Ring um die Innenstadt gelegt werden. Dazu werden tausende Bürger erwartet.

Das Gedenken beginnt mit Andachten in Kirchen und auf Friedhöfen. Am Mittag (12.30) sind Geschichtsinteressierte zu einem Mahngang auf Täterspuren eingeladen: An Original-Schauplätzen soll an Verbrechen der Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 erinnert werden. Am frühen Nachmittag folgt eine Kranzniederlegung auf dem Heidefriedhof, wo viele der bis zu 25 000 Bombenopfer ruhen. Erwartet werden Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler, Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und weitere Kabinettsmitglieder, Diplomaten sowie Vertreter von Kirchen.

Die Menschenkette soll am Abend (18.00) geschlossen werden. Etwa zu dieser Zeit wird der sogenannte Trauermarsch von Rechtsextremisten erwartet, die die Kriegsschuld der Deutschen relativieren wollen und das Gedenken seit Jahren für Propaganda in eigener Sache missbrauchen. Ein linkes Bündnis hat wie in den Vorjahren zu Gegenaktionen bis hin zu Blockaden aufgerufen, die in Sachsen als Verstoß gegen das Versammlungsgesetz gewertet werden. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot in der Stadt, um Zusammenstöße zu verhindern.

In den vergangenen Jahren war es tausenden Gegendemonstranten mehrfach gelungen, die Neonazi-Aufmärsche zu blockieren. 2011 gab es dabei Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten linken und rechten Demonstranten. Mehr als 100 Polizisten wurden damals verletzt.

Aufruf Menschenkette