Klingenthal (dpa) - So hatten sich die deutschen Skispringer die WM-Generalprobe auf einer Großschanze nicht vorgestellt. Michael Neumayer aus Berchtesgaden war als 13. bester deutscher Springer.

Anstatt sich mit Top-Ergebnissen das nötige Selbstvertrauen für die Titelkämpfe ab 20. Februar in Val di Fiemme zu holen, stürzten die DSV-Adler am Mittwoch auf der zweiten Station der Team-Tour im vogtländischen Klingenthal regelrecht ab.

Neumayer fehlten fast 18 Punkte auf Sieger Jaka Hvala aus Slowenien, der nach Flügen auf 142,5 und 133 Meter erstmals ein Weltcup-Springen gewann. Hvala setzte sich vor dem Japaner Taku Takeuchi und dem österreichischen Weltcup-Spitzenreiter Gregor Schlierenzauer durch. Die Slowenen bauten ihre Führung in der Team-Tour-Wertung aus.

«Das war heute nicht unser Tag», sagte Severin Freund, der nach Platz elf im ersten Durchgang auf Rang 18 zurückfiel. Damit passte er sich dem insgesamt völlig instabilen Auftritt seiner Teamkollegen an. Vor allem der Sieger der Qualifikation, Richard Freitag, enttäuschte bei seinem Heimspiel und erlebte als 31. des ersten Durchgangs das Finale nur als Zuschauer. «Trotz der Weite am Dienstag hatte ich noch Fehler, die wollten wir korrigieren. Dabei habe ich wohl zu viel in die andere Richtung gesteuert», sagte der Auer selbstkritisch. Als schlechtes Omen vor der WM wollte er es aber nicht sehen. «Das Springen in Klingenthal war nicht das Hauptziel in dieser Saison», meinte der Sachse.

Nur drei DSV-Adler konnten sich im Finale präsentieren. Neben Neumayer und Freund war auch Andreas Wellinger dabei, doch auch der Bayer fiel zurück und belegte Platz 29. «Die WM ist das Hauptziel. Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn man nicht immer so weit vorn ist», bemerkte Wellinger.

Dass nun nur noch zwei Skiflugveranstaltungen in Oberstdorf vor der WM auf dem Programm stehen, sollte für die DSV-Springer kein Hindernis sein. «Durch das Fliegen bekommt man einen Fluss in seinen Bewegungen, den man leicht auf das Springen auf kleinere Schanzen übertragen kann», meinte Freund. Und Freitag ergänzte: «Was man beim Fliegen schafft, schafft man dann auch auf kleineren Anlagen.»

Einer wird sowohl das Fliegen als auch die WM nur aus der Ferne verfolgen: Martin Schmitt. Der Altmeister kam nach einem völlig verkorksten Versuch nur auf Rang 49. «Man braucht nicht darüber diskutieren: Ich habe nicht die Leistung gebracht, die anderen waren besser. Deshalb werde ich den Jungs aus der Ferne die Daumen drücken», erklärte der Furtwangener. Was die Zukunft bringen wird, wollte er in der Stunde der Niederlage nicht sagen. «Schauen wir mal, wie es weiter geht», bemerkte Schmitt.