Potsdam/Seelow (dpa) - In einem Entenmastbetrieb in Brandenburg ist die Vogelgrippe H5N1 nachgewiesen worden. Wie das märkische Umweltministerium am Freitag mitteilte, fielen Antikörper gegen das Virus im Rahmen von Eigenkontrollen des Betriebs auf und wurden sofort gemeldet.

Der Bestand von mehr als 10 000 Vögeln habe ansonsten aber keine klinischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Geflügelmastbetrieb liegt in der Nähe von Seelow (Märkisch-Oderland). Das zuständige Veterinäramt sperrte den Entenbestand.

«Es sind alle notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung eingeleitet worden», sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke). Proben seien zum Gegencheck ins zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf die Ostseeinsel Riems geschickt worden. In jedem Fall sei eine Tötung des Entenbestandes notwendig, teilte das Brandenburger Umweltministerium mit. Gernot Schmidt, Landrat von Märkisch-Oderland, bestätigte: «Wir werden an diesem Wochenende alles Notwendige ergreifen.»

Unterdessen hat das Land ein Krisenzentrum eingerichtet, das die Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung in Brandenburg koordinieren soll. Alle Landkreise, Bundesländer sowie der Bund wurden über den H5N1-Fall informiert.

Zuletzt wurde das gefährliche Virus in Brandenburg im Jahr 2007 bei Geflügel in hochpathogener Form nachgewiesen. Amtstierarzt Bötticher wies darauf hin, dass die Ursache für die Infektion bei den Enten noch nicht klar sei. Eine Übertragung durch Kontakt mit Wildtieren sei denkbar. In der freien Natur komme Vogelgrippe häufiger vor, ohne dass der Mensch davon irgendetwas mitbekomme. «Bei Wasservögeln kann eine H5N1-Infektion auch ohne Krankheitssymptome ablaufen», so Bötticher. In keinem Fall bestehe eine Gefahr für den Menschen, betonte der Veterinär. In Deutschland war die Vogelgrippe H5N1 nach FLI-Auskunft von Anfang Januar seit mehr als drei Jahren nicht mehr festgestellt worden.