Berlin (dpa) - Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat im Pferdefleisch-Skandal eine rasche Aufklärung gefordert: «Die Europäische Union hat ein strenges Lebensmittelrecht. Aber Vorschriften machen nur Sinn, wenn sie auch konsequent umgesetzt und überwacht werden».

«Die Lieferketten müssen gründlich durchleuchtet werden. Wo es Verstöße und Versäumnisse gab, muss das auch offengelegt werden», schreibt Aigner in einem Gastbeitrag für «Bild am Sonntag».

Das ganze Ausmaß des Skandals sei noch nicht absehbar, erklärte Aigner. «Wenn sich der Verdacht der Ermittler erhärtet, dann haben skrupellose Betrüger bisher unvorstellbaren Etikettenschwindel im ganz großen Stil betrieben.» Schon jetzt sieht die Ministerin den Ruf der Branche beeinträchtigt: «Der Pferdefleisch-Skandal beschädigt die gesamte Lebensmittelwirtschaft in Deutschland und Europa. Es wird schwer sein, das verspielte Vertrauen zurückzugewinnen.» Aigner äußerte zugleich Verständnis für den Unmut der Verbraucher. «"Was draufsteht, muss auch drin sein" - auf diesen Grundsatz muss sich jeder Kunde verlassen können, unabhängig vom Preis», schreibt sie.