Berlin (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck trifft heute in Berlin mit den Familien der Opfer der Neonazi-Mordserie zusammen. In den vertraulichen Gesprächen im Schloss Bellevue will Gauck die Angehörigen unterstützen und ihnen seine Solidarität zeigen.

Für Verstimmung sorgte im Vorfeld die Absage einer Angehörigen. Die Schwester eines Ermordeten wollte nur mit Anwältin zu dem Treffen kommen, was das Bundespräsidialamt aber mit Hinweis auf die begrenzte Zahl von Teilnehmern ablehnte.

Ende Januar hatte Gauck sich bereits über den Stand der Arbeit des Untersuchungsausschusses zu den Anschlägen des Zwickauer Neonazi-Trios informiert. Damals sagte er, die Sicherheitsorgane in Deutschland müssten den Schutz aller Bürger in diesem Land garantieren, unabhängig von ihrer Herkunft.

Dem Neonazi-Trio werden zehn Morde zwischen den Jahren 2000 und 2007 zugerechnet - an neun türkisch- oder griechischstämmigen Kleinunternehmern sowie an einer Polizistin. Jahrelang war der rechtsterroristische Hintergrund der Morde nicht erkannt worden. Stattdessen war im Umfeld der Opfer nach den Tätern gesucht worden.