Brüssel (dpa) - Marc Dutroux kämpft um seine Freiheit - aber vorerst kaum mit Aussicht auf Erfolg. Am Montagnachmittag entscheidet ein Brüsseler Gericht über einen Antrag des belgischen Kindermörders auf Freilassung mit einer elektronischen Fußfessel.

Dass Dutroux aus dem Gefängnis kommen könnte, gilt als so gut wie ausgeschlossen. Auch sein Anwalt rechnet nicht mit einer raschen Freilassung.

Gefängnisleitung und Staatsanwaltschaft hätten von seiner Freilassung abgeraten, berichtete die Regionalzeitung «Sudpresse» unter Berufung auf Gutachten. Diese fließen in die Entscheidung der Richter ein. Die Rückfallgefahr sei zu hoch, berichtete das Blatt. Zudem habe der landesweit bekannte Mörder wenig Chancen auf einen Job und eine Wohnung.

Am Wochenende hatte sich Dutrouxs 78-jährige Mutter gegen eine Freilassung ihres Sohnes gewandt. Ihr Sohn werde auf freiem Fuß sicher rückfällig, sagte sie dem Magazin der Zeitung «Le Soir».

Dass der 56-Jährige bei dem Gerichtstermin selbst erscheinen könnte, ist nach Berichten belgischer Medien nicht zu erwarten. Die Entscheidung werden die Richter in öffentlicher Sitzung verkünden. Das Verfahren auf vorzeitige Freilassung geht wohl auch nach diesem Montag noch weiter. Der Gefangene kann weitere Anträge einreichen.

Dutroux sitzt seit mehr als 16 Jahren hinter Gittern. Er hatte in den 1990er Jahren sechs Mädchen und junge Frauen entführt, missbraucht und gefoltert. Vier von ihnen starben. Dutrouxs damalige Frau und Komplizin Michelle Martin kam im vergangenen Sommer unter Auflagen frei - was in Belgien heftige Proteste auslöste.