Berlin (dpa) - Im europaweiten Pferdefleisch-Skandal führt eine weitere Spur nach Deutschland. Der Liechtensteiner Partner der Supermarktkette Lidl, die Firma Hilcona, erklärte, die Rohware für das Produkt «Combino Tortelloni Rindfleisch» sei vom Fleisch-Lieferanten Vossko aus dem Münsterland gekommen.

Es enthalte undeklariertes Pferdefleisch. Das Nudelgericht war am Freitag vom Discounter Lidl aus den Regalen entfernt worden.

Die Firma Hilcona berief sich auf umfassende Untersuchungen in Schweizer Labors. «Die Analysen haben ergeben, dass der Lieferant Vossko aus Deutschland die falsch deklarierte Ware geliefert hat», erklärte das Liechtensteinische Unternehmen. Hingegen sei von der zuvor ähnlich wie Vossko verdächtigten Schweizer Firma Suttero nur reines Rindfleisch an Hilcona geliefert worden.

Ein Sprecher der Firma Vossko aus Ostbevern in Nordrhein-Westfalen bestätigte, dass Hilcona die Zusammenarbeit mit Vossko aufgekündigt habe. «Wir lassen gerade durch zwei Labore Proben unserer vier Lieferanten von Rindfleisch aus dem vergangenen neun Monaten untersuchen. Frühestens Dienstagabend werden wir erste Ergebnisse haben», sagte ein Vossko-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Bei den Lieferanten handele es sich um drei deutsche Partner und einen aus dem europäischen Ausland. Näheres wollte der Sprecher nicht sagen.

Bei Hilcona im liechtensteinischen Ort Schaan war für Lidl das Nudelgericht «Combino Tortelloni Rindfleisch» unter dem Markennamen Gusto hergestellt worden. Darin hatten die österreichischen Gesundheitsbehörden Spuren von Pferdefleisch entdeckt. Das Produkt wurde inzwischen aus den Regalen genommen.