Berlin (dpa) - Die Unionsfraktion will mit der FDP über die Forderung von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nach mehr doppelten Staatsbürgerschaften zur Integration von Ausländern sprechen.

«Wir sehen nach wie vor die Problematik der Pflichtenkollision», sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) am Dienstag in Berlin. Aber: «Wenn der Koalitionspartner anderer Auffassung ist, werden wir uns damit zu beschäftigen haben.»

Die FDP-Ministerin will die doppelte Staatsangehörigkeit auf eine rechtlich breitere Basis stellen. «Die Optionslösung gehört auf den Prüfstand, wenn es dazu führt, dass sich Menschen von Deutschland abwenden», sagte die Ministerin «Spiegel online».

Nach dem seit 2000 geltenden Optionsrecht müssen in Deutschland geborene Kinder von Ausländern aus Nicht-EU-Staaten bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres nachweisen, ob sie ihre ausländische Staatsbürgerschaft aufgegeben oder verloren haben. Tun sie das nicht, verlieren sie ihre deutsche Staatsbürgerschaft.