Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag zugelegt. Der Dax kletterte am Nachmittag um 1,14 Prozent auf 7715 Punkte, der MDax mittelgroßer Werte gewann 1,25 Prozent auf 13 152 Punkte.

Der technologielastige TecDax hinkte dem mit plus 0,36 Prozent auf 901 Punkte etwas hinterher. Händlern zufolge ist der Anstieg vor allem technisch bedingt. Zudem rechneten Börsianer mit einem positiven Start der Wall Street nach dem langen Wochenende, was die Stimmung zusätzlich stütze.

Der ZEW-Konjunkturindex hat laut Analyst Ralf Umlauf von der Helaba die bereits positiven Erwartungen noch übertroffen. Er liefere trotz des etwas enttäuschenden Rückgangs der Lageeinschätzungen positive Signale für Deutschland. Die Erwartung einer wirtschaftlichen Erholung werde von den Konjunkturdaten weiter unterstützt und Deutschland sollte eine Rezession vermeiden können.

Größter Gewinner im Dax waren die Infineon-Papiere mit einem Plus von 3,12 Prozent auf 6,45 Euro. Händler verwiesen auf einen positiven Analystenkommentar, der eine Erholung des zuvor abbröckelnden Chipwertes begünstige. Bayer-Aktien verteuerten sich um 2,84 Prozent. Nach der jüngsten Korrektur seien die Papiere «reif für eine Erholung», sagte ein Börsianer auch bei dem Titel. Versorger brachen dagegen ihren Versuch einer Gegenbewegung nach der Talfahrt der vergangenen Wochen und Monate ab: RWE-Aktien gaben 0,35 Prozent ab und Eon-Papiere verloren am Dax-Ende 1,17 Prozent.

Dürr-Aktien kletterten indes im MDax nach Jahreszahlen des Autozulieferers mit einem kräftigen Plus von 6,00 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank sagte: "Die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal sind besser als erwartet ausgefallen und Dürr hat einen vielversprechenden Ausblick auf 2013 gegeben." Auch die Anteile am Motorenbauer MTU Aero Engines gewannen nach Zahlen 3,04 Prozent. Pfeiffer Vacuum rutschten dagegen im TecDax nach einem Umsatzeinbruch des Unternehmens um 4,08 Prozent ab.

Favorit im MDax waren aber die Papiere von Klöckner & Co (KlöCo), die nach einer Stimmrechtsmeldung mit plus 11,56 Prozent an die Indexspitze sprangen. Der Essener Stahlhändler Interfer hat sich mit knapp acht Prozent beim Konkurrenten eingekauft und wird der mit Abstand größte Einzelaktionär von KlöCo. Kabel Deutschland sackten dagegen nach der geplatzten Übernahme von Tele Columbus mit minus 1,54 Prozent ans Ende des Index mittelgroßer Werte. Die Papiere hatten am Vortag noch von erneuten Berichten über wohl immer konkreteren Akquisitionsplänen von Vodafone profitiert. Die Briten sollen Goldman Sachs als Berater engagiert haben, sagten Händler.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,32 (Vortag: 1,31) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 133,63 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,13 Prozent auf 142,87 Punkte. Der Euro verlor etwas an Wert: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3349 (1,3352) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7491 (0,7490) Euro.