Barcelona (dpa) - Am Ende musste sich Sebastian Vettel nicht nur seinem Landsmann Nico Rosberg im Silberpfeil geschlagen geben. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister kam zum Auftakt der viertägigen Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona nicht über den vierten Rang hinaus.

Lange Zeit stand die Nummer eins von Red Bull auch auf dem ersten Rang, ehe Rosberg in seinem spät, aber dann gewaltig auf Touren gekommenen Mercedes ihn von dort verdrängte.

Auch Kimi Räikkönen, der im Lotus nur sieben Tausendstelsekunden langsamer war als Rosberg und Vizeweltmeister Fernando Alonso bei seinem Testdebüt im neuen F138 von Ferrari schoben sich in den letzten Minuten am Dienstag noch vor den Heppenheimer. Unterm Strich fehlten Vettel in seinem neuen RB9 0,349 Sekunden auf seinen deutschen Widersacher, der sich seinerseits über die erste Tagesbestzeit im neuen Jahr für Mercedes freuen durfte.

Dabei hatte es zunächst für Rosberg ganz und gar nicht rosig ausgesehen. Nach neun Runden war erstmal Schluss. Der Silberpfeil harrte zur Getriebe-Inspektion in der Box - mehr als vier Stunden. Über 60 Minuten nachdem die Mittagspause vorbei war, kam Rosberg in seinem Silberpfeil wieder auf den 4,655 Kilometer langen Kurs. Und wie! Mit seiner besten Runde in 1:22,616 Minuten schob er sich als erster vor Vettel. Danach legte Räikkönen den nächsten Gang ein und passierte seinen hessischen Kumpel, letztlich gelang auch dem spanischen Lokalmatadoren Alonso - mit 110 Runden der Kilometerfresser des Tages - eine schnellere Runde als Vettel.

Es muss nicht, könnte aber durchaus ein Vorgeschmack auf den WM-Kampf sein, der am 17. März mit dem Großen Preis von Australien richtig beginnt. «Es wird ganz schwer», prophezeite Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Wie auch im Vorjahr, als es sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Rennen gab, kann es auch diesmal wieder eine Reihe Erfolgsanwärter geben, die Vettel die ersten Plätze auf dem Weg zum vierten Titel in Serie streitig machen können - und vor allem wollen.

Vettel verzichtete zum Auftakt der vier Testtage in Katalonien offensichtlich darauf, gegen Ende noch einmal einen draufzusetzen. Bis dahin hatte sein Wagen zumindest schon mal gute Arbeit geleistet, wenngleich auch er am Vormittag einige längere Pausen in der Box hatte - immer gut abgeschirmt vor neugierigen Blicken.

Vor der Garage hatte die Red-Bull-Crew sogar einen zusätzlichen Sichtschutz aufgebaut. Sobald der 101-malige Grand-Prix-Starter mit seinem neuen Wagen nur in Nähe kam, standen die Mechaniker mit einer Abdeckung für den Heckflügel parat - Formel geheim war mal wieder angesagt. Was die für alle sichtbaren Zeiten und Rangfolgen nun bedeuten, ist ebenfalls eher Kaffeesatzleserei, zumal die Teams jeweils eigene Teststrategien verfolgen. Gleichwohl gilt der Kurs auch immer als Gradmesser für den Rest der Saison. Rosberg und Mercedes hätten sicher nichts dagegen.