Berlin (dpa) - Trotz insgesamt guter Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt ist die Kluft zwischen Vermögenden und Mittellosen in Deutschland weiter gewachsen.

Das geht aus dem neuen Armuts- und Reichtumsbericht hervor, der koalitionsintern heftig umstrittenen war und den das Bundeskabinett nach monatelanger Diskussion billigte.

Von Armut bedroht sind unverändert zwischen 14 und 16 Prozent der Bundesbürger. Laut Bericht verfügen die reichsten zehn Prozent der Haushalte über 53 Prozent des gesamten Nettovermögens. Die gesamte untere Hälfte der Haushalte besitzt dagegen nur gut ein Prozent.

Dies wird in dem Bericht aber nicht mehr explizit ausgesprochen, da Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in der Ressortabstimmung Änderungen am Entwurf von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) durchsetzte. Dabei entfiel auch der Satz: «Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt.» Kritiker werfen der Regierung deshalb «Schönfärberei» vor.

Der 548 Seiten starke Report trägt den Titel «Lebenslagen in Deutschland» und erscheint zum vierten Mal.