Berlin (dpa) - Der umstrittene und seit Monaten überfällige Armuts- und Reichtumsbericht steht heute auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts. Unter dem Titel «Lebenslagen in Deutschland» soll der 548 Seiten starke Report ein umfassendes Bild der sozialen Wirklichkeit zeichnen.

Kritiker sprechen von einer geschönten Darstellung. Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist: Trotz insgesamt guter wirtschaftlicher Entwicklung ist die Kluft zwischen Vermögenden und Mittellosen weiter gewachsen.

Um die Interpretation dieses Sachverhalts hatte es in der schwarz-gelben Regierungskoalition ein heftiges Tauziehen gegeben. Auf Druck von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) musste Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Satz «Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt» aus dem Bericht streichen.

Die Zahlen zeigen jedoch, dass die reichsten zehn Prozent der Haushalte zuletzt über 53 Prozent des gesamten Nettovermögens verfügten. Die gesamte untere Hälfte der Haushalte besaß dagegen nur gut ein Prozent. Von Armut bedroht sind unverändert zwischen 14 und 16 Prozent der Bundesbürger.