Nikosia (dpa) - Vertreter der potenziellen Geldgeber haben am Mittwoch Gespräche mit der neuen zyprischen Regierung aufgenommen.

Zunächst gingen die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Finanzministerium, wie zyprische Medien berichteten. Zypern hat Milliardenkredite von den Euro-Rettern beantragt, um eine Staatspleite abzuwenden.

Im Mittelpunkt der Unterredungen mit Finanzminister Michalis Sarris und anderen Funktionären stehen die Verschlankung des Staates, Privatisierungen sowie die Beteiligung Zyperns an einer Finanztransaktionssteuer als Gegenleistungen für Hilfen, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums in Nikosia. Später sollten Treffen mit anderen Ministern stattfinden.

«Die Situation ist nicht leicht», sagte der zyprische Arbeitsminister Haris Georgiades im zyprischen Rundfunk RIK. Er äusserte sich aber optimistisch, dass es bald eine Lösung geben könnte.

Zypern hat Geld bis Ende Mai und braucht Schätzungen nach bis zu 17,5 Milliarden Euro, um sein Banksystem und seine Finanzen zu stabilisieren. Ursache der Finanzkrise ist hauptsächlich die enge Verbindung mit dem kriselnden Bankbereich Griechenlands. Durch den Schuldenschnitt griechischer Staatsanleihen ist das zyprische Banksystem fast in den Abgrund gerissen worden.

Als problematisch für die Helfer gilt der hohe Anteil russischer Anleger bei zyprischen Banken, denen zum Teil Geldwäsche vorgeworfen wird. Da unklar ist, ob diese Anleger sich womöglich an einem Rettungspaket für Zypern beteiligen sollen, hatten Bankkunden zuletzt hohe Summen bei den Finanzhäusern des Inselstaates abgezogen.