Kairo (dpa) - Die Arabische Liga will die syrische Opposition als Mitglied aufnehmen - vorausgesetzt die Regimegegner können sich darauf einigen, wer sie bei den Sitzungen der Liga vertreten soll. Syriens Mitgliedschaft ist derzeit suspendiert.

Die Außenminister der Mitgliedstaaten beschlossen am Mittwoch in Kairo, dass die Nationale Syrische Koalition unter dem Vorsitz von Muas al-Chatib bereits am Gipfeltreffen der Liga am 26. März in Katar teilnehmen dürfe. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das Oppositionsbündnis bis dahin einen Exekutivrat benenne, der diese Aufgabe so lange wahrnehmen soll, bis eine neue syrische Regierung gebildet ist.

Der Libanon, der Irak und Algerien äußerten Bedenken gegen diese Entscheidung, konnten sie aber nicht verhindern. Bereits im November 2011 hatte die Liga die Mitgliedschaft der syrischen Regierung unter Präsident Baschar al-Assad wegen der Gewalt des Regimes gegen Demonstranten eingefroren.

Die Außenminister sprachen sich zwar erneut für eine politische Lösung des blutigen Konfliktes in Syrien aus. Gleichzeitig betonten sie jedoch, die Mitgliedstaaten der Liga hätten das Recht, den Syrern «die Möglichkeit zur Selbstverteidigung zu verschaffen, auch mit militärischen Mitteln».

Die syrischen Rebellen wünschen sich vor allem Waffen für ihren Kampf gegen Assad. Der Stabschef der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), Oberst Salim Idriss, sagte in Brüssel, wären die Rebellen besser ausgerüstet, würde das Regime in Monatsfrist zusammenbrechen. Idriss forderte die Aufhebung des auch innerhalb der EU umstrittenen Waffenembargos gegen Syrien. Er sagte, das Embargo treffe nicht das Regime, sondern die Revolutionäre. Assad bezieht immer noch Waffen aus Russland.

Die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien hat viel früher als erwartet die Marke von einer Million überschritten. Das geht aus einer Erhebung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in den Nachbarstaaten hervor. Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms könnten die bisherigen Kapazitäten und Geldmittel schon bald nicht mehr ausreichen, warnte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, am Mittwoch in Genf.

Noch vor wenigen Wochen hatte das UNHCR geschätzt, dass die Zahl von einer Millionen syrischer Flüchtlinge im Frühsommer erreicht werden könnte. Doch seit Anfang des Jahres flohen weit mehr Menschen als je zuvor seit dem Beginn der Syrienkrise vor fast zwei Jahren.

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