Düsseldorf (dpa) - Der Klebstoff- und Waschmittelriese Henkel hat seinen Spielraum für Übernahmen mit einem Rekordergebnis erhöht. «2012 war für Henkel das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr», erklärte Konzernchef Kasper Rorsted zur Bilanzvorlage in Düsseldorf.

Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen kletterte um ein Viertel auf den Höchstwert von knapp 2,2 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg unterm Strich sogar um fast ein Drittel auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Der Gewinn wurde von Preiserhöhungen, Einsparungen und Innovationen getrieben.

Henkel baut seine Geschäfte insbesondere in den schnell wachsenden Schwellenländern aus. Der Konzernumsatz kletterte 2012 um fast sechs Prozent auf neue die Rekordhöhe von 16,5 Milliarden Euro. Alle Unternehmensbereiche seien profitabel gewachsen, betonte Rorsted. Dominierende Sparte und größter Wachstumstreiber des Düsseldorfer Konzerns ist das weltweit führende Klebstoffgeschäft um die Marken Pritt und Pattex. Aber auch die Stammsparte Waschmittel um Persil und Spee und die Kosmetiksparte um Schwarzkopf erzielten 2012 Zuwächse.

Von dem Gewinnsprung sollen die Henkel-Aktionäre mit einer höheren Ausschüttung profitieren. Die Dividende für die im Dax notierte Vorzugsaktie soll um rund 19 Prozent auf 95 Cent je Stück steigen. Bei der Stammaktie ist eine Erhöhung auf 93 Cent je Stück geplant. Das kommt insbesondere der Gründerfamilie Henkel zugute, die mehr als 53 Prozent der Stammaktien besitzt und damit das Sagen in dem fast 140 Jahre alten Traditionsunternehmen hat.

Den weltweit 46 600 Mitarbeitern des Düsseldorfer Konzerns winkt eine Sonderprämie, weil Henkel 2012 seine längerfristigen Finanzziele erreicht hat. So soll jeder normale Tarifangestellte in Deutschland 1000 Euro als Sonderprämie in diesem Jahr erhalten. Ein Kernziel der 2008 aufgestellten längerfristigen Ziele war eine Umsatzrendite - bereinigt um Einmaleffekte und Aufwendungen für den Konzernumbau - von 14 Prozent im Jahr 2012. Erreicht wurden letztlich 14,1 Prozent.

Rorsted will den Sparkurs fortsetzen und die Profitabilität weiter steigern. Die bereinigte Umsatzrendite soll 2013 auf etwa 14,5 Prozent klettern. Beim Umsatz wird ohne Wechselkurseffekte und Verkäufe oder Zukäufe ein Wachstum von drei bis fünf Prozent erwartet. Nur 2004 hatte Henkel mit 1,7 Milliarden Euro einen noch höheren Gewinn als 2012 erzielt. Der Spitzenwert ging damals allerdings auf einen Sondereffekt, den Verkauf einer Finanzbeteiligung, zurück.

Die Mitarbeiterzahl von Henkel sank in den vergangenen Jahren infolge des tiefgreifenden Konzernumbaus, durch Sparrunden und die Integration des amerikanischen Klebstoffunternehmens National Starch stetig. Ende 2012 beschäftigte Henkel weltweit 46 610 Mitarbeiter, das sind 655 weniger als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zum Jahresende 2008 hat Henkel heute weltweit insgesamt 8500 Mitarbeiter weniger.

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