Caracas (dpa) - Die Linken in Lateinamerika trauern um ihr Idol Hugo Chávez. Der venezolanischen Staatschef starb am Dienstag an den Folgen seiner schweren Krebserkrankung. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff würdigte Chávez als einen «großen Lateinamerikaner».

Der Leichnam des Präsidenten soll am Vormittag (Ortszeit) vom Militärhospital Carlos Arvelo in die Militärakademie übergeführt und aufgebahrt werden. Am Freitag wollen zahlreiche Staats- und Regierungschefs zur offiziellen Trauerfeier nach Caracas kommen, um Chávez die letzte Ehre zu erweisen.

Mehrere Länder Lateinamerikas, darunter Argentinien, Bolivien und Kuba verhängten eine mehrtägige offizielle Staatstrauer. In Venezuela gilt eine siebentägige Staatstrauer. Laut Verfassung müssen binnen 30 Tagen Neuwahlen ausgerufen werden. Eigentlich müsste Parlamentspräsident Diosdado Cabello die Amtsgeschäfte des Präsidenten bis dahin führen. Doch machte Außenminister Elías Jaua klar, dass Vize-Präsident Nicolás Maduro die Interimspräsidentschaft übernimmt. Maduro sei auch der Kandidat der Regierung für die anstehende Präsidentschaftswahl.

Kuba reagierte mit Trauer auf die Todesnachricht. Für Revolutionsführer Fidel Castro sei Chávez wie ein «echter Sohn» gewesen und für Staatschef Raúl Castro ein «herzlicher Freund». «Chávez ist auch Kubaner», hieß es einer Mitteilung der Regierung. Chávez war in Kuba seit Juni 2011 viermal operiert worden und war erst am 18. Februar nach über zwei Monaten von Havanna nach Caracas zurückgekehrt. Die sozialistische Karibikinsel wird von Venezuela massiv wirtschaftlich mit verbilligten Öllieferungen unterstützt.

Maduro bezeichnete seinen Ziehvater Chávez als «comandante eterno» (ewigen Kommandanten). Chávez selbst hatte den 50-jährigen Maduro nach der gewonnenen Wahl im Oktober vergangenen Jahres als Vizepräsidenten berufen und ihn als Wunschnachfolger präsentiert. Der frühere Außenminister hatte den Tod des Staatschefs am Dienstag in einer Rundfunkansprache mitgeteilt. Kurz zuvor hatte er bei einem Krisentreffen der Regierung erklärt, dass die Krankheit von Chávez möglicherweise auf eine gezielte Infizierung durch Feinde des Landes zurückzuführen sei.

US-Präsident Barack Obama bekräftigte das Interesse der USA an konstruktiven Beziehungen zu Venezuelas Regierung. «Während Venezuela ein neues Kapitel in seiner Geschichte beginnt, engagieren sich die Vereinigten Staaten weiter für eine Politik, die demokratische Prinzipien, Rechtsgrundsätze und den Respekt für Menschenrechte unterstützt», erklärte Obama. Venezuela hatte erst am Dienstag zwei US-Militärattachés wegen mutmaßlicher Verwicklung in «konspirative Pläne» des Landes verwiesen. Die USA wiesen die Behauptungen als abwegig zurück.