Düsseldorf (dpa) - Ein halbes Jahr nach dem Mord an einer Mitarbeiterin im Jobcenter von Neuss hat in Düsseldorf der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen.

Der 52-Jährige soll die Frau im September 2012 mit einem 30 Zentimeter langen Fleischermesser erstochen haben, weil er der Behörde illegalen Handel mit seinen persönlichen Daten unterstellte.

Der Vater von fünf Kindern war mit zwei Messern in die Behörde gestürmt. Nach der Bluttat waren die Sicherheitsmaßnahmen in den Jobcentern in Nordrhein-Westfalen überprüft und verschärft worden.

Ein Gerichtsmediziner berichtete, dass ein Stich die Frau vollständig durchbohrt habe. Es seien mehrere innere Organe verletzt worden. Die Frau sei von innen verblutet. Die Verteidiger des Angeklagten kündigten am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht an, dass sich ihr Mandant beim Prozessauftakt nicht zur Tat äußern werde, möglicherweise aber später.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Langzeit-Arbeitslosen heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Bei der Datenschutzerklärung, über die sich der Mann derart erregt habe, sei es um das Einverständnis zur Weitergabe der Daten an potenzielle Arbeitgeber gegangen.