Berlin (dpa) - Deutschland wird für die gutbetuchten Touristen aus Russland, China, den Golfstaaten und der Schweiz als Reiseland immer attraktiver.

Neben den arabischen Gästen waren es vor allem die Russen, die im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von fast 26 Prozent auf über 2,2 Millionen deutlich mehr Übernachtungen buchten.

68,8 Millionen Übernachtungen ausländischer Besucher waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt. Das deutliche Plus von 8,1 Prozent brachte 2012 einen Wachstumsschub für das Reiseland Deutschland, hob Petra Hedorfer, Chefin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), am Mittwoch auf der weltgrößten Reisemesse ITB hervor. Sie ist auch für 2013 optimistisch, wenngleich Besorgnis über die Entwicklung in den südlichen Euro-Krisenländern zu spüren ist.

Denn die Besucherzahlen beispielsweise aus Spanien und Portugal - immerhin mehr als 2,3 Millionen - stagnieren, aus Italien stiegen sie 2012 noch um 6,4 Prozent auf knapp 3,5 Millionen. Bei den griechischen Gästen gab es jedoch den schärfsten Einbruch von mehr als 20 Prozent auf knapp 330 000.

Die meisten Besucher kamen aber weiter aus den Niederlanden mit fast 11 Millionen und der Schweiz mit mehr als 5 Millionen. Mit 75 Prozent stammt der Großteil der ausländischen Übernachtungen in Deutschland aus Europa, weitere je 10 Prozent aus Asien und Amerika.

Deutschland habe viele Pluspunkte. «Im europäischen Vergleich ist das Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar», sagte Hedorfer. Die Vielfalt der Städte, des Kulturangebots und überhaupt die große Bandbreite der Aktivitäten von Gesundheit bis zum Sport lockten die Besucher an.

Immer beliebter werde der Shoppingurlaub hierzulande: Der Einzelhandel verbuchte 1,5 Milliarden Euro Umsatz durch ausländische Gäste von außerhalb der EU, die umsatzsteuerfrei einkaufen können - ein Plus von 46 Prozent. Da machten sich die sprunghaften gestiegenen Zahlen der Russen, Araber, Chinesen und Schweizer bemerkbar.

Für 2013 erwartet die DZT-Chefin deshalb auch einen weiteren überdurchschnittlichen Anstieg der Nachfrage aus Europa und Übersee. Die DZT rechne bei den Übernachtungen mit einem Plus von zwei bis drei Prozent.