Frankfurt/Main (SID) - Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat zu Beginn der Berufungsverhandlung gegen den Ausschluss aus dem DFB-Pokal um die Nichtberücksichtigung der jüngsten Ausschreitungen in Kaiserslautern gebeten. "Man hat ernsthaft darüber nachgedacht, die Berufung zurückzunehmen", sagte Anwalt Jörg Heyer am Donnerstag vor dem DFB-Bundesgericht in Frankfurt/Main: "Aber die Gremien haben sich dagegen entschieden, weil gerade diese Vorgänge zeigen, dass das bisherige Sanktionsmodell nicht funktioniert, und dass der Verein keine nachhaltigen Einwirkungsmöglichkeiten hatte."

Bei der Partie in Kaiserslautern am 9. Februar war mehrfach Pyrotechnik entzündet worden. Dresdner Hooligans hatten zudem auf dem Messeplatz randaliert und dabei unter anderem die Pendelbusse angegriffen. Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf 70.000 Euro.

Es sei jedoch nicht möglich, "einen Zusammenhang zwischen denjenigen, die die Busse überfallen haben, und dem Verein herzustellen", sagte Heyer. Es sei ein "Hooligantourism" entstanden und Dynamo sei "unverschuldet in die Schlagzeilen" geraten.

Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, sprach sich hingegen dafür aus, dass die Vorfälle "als negatives Nachtatverhalten strafschärfend" berücksichtigt werden müssen. Kernpunkt der Berufungsverhandlung ist, ob Dresden für die Ausschreitungen rund um das Pokalspiel bei Hannover 96 am 31. Oktober 2012 (3:4 i.E.) in Haftung genommen werden kann.

Das Sportgericht hatte den Zweitligisten am 10. Dezember 2012 in erster Instanz schuldig gesprochen und vom kommenden DFB-Pokal-Wettbewerb ausgeschlossen.