Bremen (dpa) - Die Germanen galten als mutig, stark und anderen Völkern überlegen. Die Nationalsozialisten schufen um sie einen Mythos, der den Herrschaftsanspruch der Deutschen untermauern sollte. Dazu trugen Archäologen im Dritten Reich erheblich bei.

Sie lieferten vermeintlich wissenschaftliche Beweise für die germanische Hochkultur. Die Rolle der Archäologie in der NS-Zeit beleuchtet jetzt die Ausstellung «Graben für Germanien» im Focke-Museum in Bremen, die am Sonntag eröffnet wird.

Das Thema werde damit erstmals aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft herausgetragen, sagte die Landesarchäologin Uta Halle. Die Schau veranschaulicht anhand von mehr als 750 Exponaten, wie die Nazis ihr Germanenbild mit gezielter Propaganda verbreiteten, welche Funde Ausgrabungen zutage förderten und wie diese damals gedeutet wurden. Deutlich wird gezeigt, wie sich die Wissenschaftler in den Dienst der Ideologie stellten und wie der Mythos heute noch in der rechten Szene und zum Teil den Massenmedien fortlebt.

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