Caracas (dpa) - Venezuela bereitet sich auf die Trauerfeiern für den am Dienstag gestorbenen Staatschef Hugo Chávez vor. Zehntausende Menschen nahmen bereits Abschied von dem 58-Jährigen.

Der Leichnam des als «Vater der Nation» verehrten Chavéz ist noch bis Freitag in der Militärakademie der Hauptstadt Caracas aufgebahrt. Die engste Familie von Chávez, seine wichtigsten Berater und mehrere südamerikanische Staatschefs erwiesen ihm dort bereits die letzte Ehre.

Die Präsidenten von Argentinien, Bolivien und Uruguay nahmen an der feierlichen Aufbahrung am Mittwoch teil. Noch erwartet werden unter anderem die Staatschefs aus Peru, Nicaragua, El Salvador, Brasilien und Mexiko. Vizepräsident Nicolás Maduro und Parlamentspräsident Diosdado Cabello begleiteten den Sarg des «Primer Mandatario», der am Dienstag an den Folgen seines Krebsleidens gestorben war. Zehntausende Chavistas, wie Chávez' Anhänger genannt werden, säumten die Straßen, als der Leichnam zur Militärakademie gebracht wurde.

In Venezuela gilt eine siebentägige Staatstrauer für den «Comandante». Am Freitag beginnt die offizielle Trauerzeremonie mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs um 10.00 Uhr (Ortszeit). Anschließend soll Chávez beigesetzt werden. Viele seiner Anhänger fordern, dass Chávez neben seinem großen Vorbild, dem Freiheitshelden Simón Bolívar, begraben wird.

Nach dem Tod des Staatschefs werden Neuwahlen fällig, die binnen 30 Tagen ausgerufen werden müssen. Bis dahin übernimmt Maduro (50) die Amtsgeschäfte, der im bevorstehenden Wahlkampf als Spitzenkandidat der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) ins Rennen gehen soll. Für die Opposition wird möglicherweise Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski (40) einen neuen Anlauf unternehmen. Der Gouverneur von Miranda war Chávez bei der Wahl im Oktober 2012 unterlegen.