Köln (SID) - Schwimmstar Paul Biedermann hat nach einem weiteren Medizincheck die Hoffnung auf einen Start über beide Paradestrecken noch nicht aufgegeben. "Dass ich in diesem Jahr über die 400 m Freistil nicht antrete, ist nur eine derzeitige Überlegung", ließ der 26-Jährige am Donnerstag mitteilen. Nach wochenlanger Krankheit und großem Trainingsrückstand hatte sein Trainer Frank Embacher erklärt, Biedermann könne in diesem Jahr nicht über die 400 m starten.

Den Weltrekordler über 200 und 400 m legte Anfang Februar eine Grippe flach. Nach zwei Wochen Trainingsstopp fühlte er sich in den ersten Belastungseinheiten so erschöpft, dass er wieder zu einer Pause gezwungen war. "Mein Genesungsprozess war nicht zufriedenstellend", sagte Biedermann, der bilang erst etwas mehr als die Hälfte der bis zu diesem Zeitpunkt geplanten 500 Trainingskilometer absolvieren konnte. Am Mittwoch unterzog sich der Olympia-Fünfte erneuten Laboruntersuchungen in Leipzig. "Mein vorrangiges Ziel ist es, schnellstmöglich wieder meine volle Belastungsfähigkeit zu erlangen", erklärte er.

Auf welchen Strecken er im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Barcelona (19. Juli bis 4. August) antreten will, ließ Biedermann offen. Dies werde "in Abhängigkeit meines Genesungsprozesses" mit seinem Heimtrainer Embacher, dem neuen Chef-Bundestrainer Henning Lambertz und Leistungssportdirektor Lutz Buschkow abgesprochen.

Embacher empfahl dem Kurzbahn-Weltmeister, sich auf die kürzeren Distanzen über 100 und 200 m zu konzentrieren. Biedermann muss sich bei den deutschen Meisterschaften in Berlin (25. bis 28. April) für die WM qualifizieren. Seine Erkrankung hatte in den vergangenen Rätsel aufgegeben. Er selbst sprach in der Mitteilung seines Managements von "einem Infekt".

Ähnlich war es dem Hallenser Anfang 2009 ergangen, als bei ihm das Epstein-Barr-Virus diagnostiziert worden war. Wochenlang konnte der geschwächte Schwimmer nicht trainieren, eine WM-Medaille in Rom schien außer Reichweite. Doch schon im darauffolgenden März überraschte Biedermann mit Top-Zeiten, bei den Titelkämpfen im Sommer schwamm er dann zu zwei WM-Titeln und stieß dabei US-Superstar Michael Phelps vom Thron.