Moskau (dpa) - Nach dem heimtückischen Säureangriff auf den Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters hat der festgenommene Startänzer jede Verletzungsabsicht bestritten.

Er habe nie einen Säureanschlag auf Sergej Filin in Auftrag gegeben, sagte der prominente Solist Pawel Dmitritschenko am Donnerstag bei einer ersten Anhörung vor Gericht. Lediglich habe er dem Vorschlag seines Bekannten Juri S. zugestimmt, Filin zu verprügeln. Der Ballettchef wird wegen seiner schwer verletzten Augen in Aachen behandelt.

Als er erfahren habe, dass S. am 17. Januar Filin ätzende Flüssigkeit ins Gesicht geschüttet haben soll, sei er entsetzt gewesen, behauptete Dmitritschenko. Er machte Filin indirekt für Korruption und Vetternwirtschaft am weltberühmten Musentempel verantwortlich.

Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl gegen den Startänzer, wie die Agentur Interfax meldete. Es bestehe Fluchtgefahr. Dmitritschenko drohen bis zu zwölf Jahre Haft. Er versprach, sich nicht zu verstecken, falls er auf Kaution freikomme. «Von diesem Prozess hängt mein weiteres Leben ab», sagte der Künstler. Die Polizei wirft ihm vor, 50 000 Rubel (etwa 1250 Euro) für den Angriff auf Filin bezahlt zu haben.