Heerenveen (SID) - Die deutschen Kufen-Cracks wollen beim Weltcup-Finale am Wochenende im Eisschnelllauf-Mekka Heerenveen ihre Podiums-Plätze verteidigen. Das Top-Trio mit Stephanie Beckert (Erfurt), Claudia Pechstein und Jenny Wolf (beide Berlin) peilt zudem eine gelungene Generalprobe für die Einzelstrecken-WM auf der Olympiabahn von Sotschi (21. bis 24. März 2013) an.

"Wir greifen an", versprach der deutsche Teamchef Helge Jasch, der am letzten Wochenende beim Heim-Weltcup in Erfurt gute Ansätze sah: "Wir haben in Erfurt gezeigt, dass wir mithalten können und etliche Medaillen geholt. Darauf lässt sich aufbauen."

Für eine Top-Platzierung wird es wohl nicht reichen, doch Silber haben die Eis-Ladies der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) fest im Blick. Die Olympia-Zweite Wolf liegt auf ihrer Paradestrecke vor den letzten beiden Läufen mit 611 Punkten hinter der führenden Südkoreanerin Lee Sang-Hwa (800) und vor Heather Richardson (530) auf Rang zwei, "den sollte sie auch halten können", meinte Jasch.

Über 3000 m muss sich Beckert (350 Punkte) mit Platz zwei begnügen und wird wohl an Dauerrivalin Martina Sablikova (Tschechien/430) auch nicht mehr vorbeilaufen. "Stephanie hat in Erfurt gute Leistungen gezeigt. Man muss aber abwarten, wie ihr Rücken reagiert", sagte Jasch über die Team-Olympiasiegerin, die sich seit Jahren mit Rückenbeschwerden plagt.

Hinter Beckert liegt die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein (331 Punkte) über 3000 m aussichtsreich auf Rang drei. Zuletzt beklagte sich die Berlinerin über zu viele Dopingkontrollen, die sie über sich ergehen lassen müsse. Seit Ablauf ihrer zweijährigen Sperre wegen auffälliger Blutwerte Anfang 2011 seien es 105 Kontrollen, davon 86 unangemeldete Trainingskontrollen gewesen. "Das ist eine enorme Belastung für sie. Jeder fragt sich doch, wo der Sinn ist angesichts so vieler Kontrollen", sagte Jasch.